Vorwort: St. Georg Liederbuch deutscher Jugend 1. Auflage

Das Liederbuch wendet sich nicht an den Singkreis, für den ausreichend gesorgt ist, sondern an die Gruppe als Ganzes. Es will ihr das geben, was sie für die wichtigsten Teile ihres Lebens, für Fahrt, Nestabend und Lager, für die Gruppenfeier braucht. Es will Lieder bringen, die von allen gesungen werden können, und in Formen, die von allen verstanden werden, weil sie aus dem Leben

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Die toten Bergleute in Hausdorf in Schlesien

151 Tote, 40 Verletzte! Über 100 der ermordeten Bergknappen stammten allein aus dem kleinen Hausdorf. Fast in jedem Hause ist ein Mann zu beklagen. In einem sind es neun! Eine Familie verlor an die kapitalistische Profitwirtschaft allein drei Angehörige mit einem Schlage. Das ganze Dorf war tage- und nächtelang ein fürchterliches Jammertal, während profitgierige Filmmenschen nach Kräften ihr Kapital aus

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Vorwort: Die Lieder der Heimat

Wer sich heute ernsthaft mit den Liedern des Volkes abgeben will, findet sich durch das viele, was die letzten Jahrzehnte an grundlegenden Erörterungen zu diesem Thema gebracht haben, fast eher gehemmt und beirrt als gefördert. Die Definitionen des Begriffes “Volkslied” sind kaum noch zu zählen, und sie gehen weit auseinander. Sie grenzen ebenso den Begriff “Volk” verschieden ab, wie sie

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Vorhandene Volkslieder-Sammlungen

Man sammelt bei uns in Deutschland Volkslieder seit etwa anderthalb Jahrhunderten; aber die Sammler sind von sehr verschiedenen Gesichtspunkten ausgegangen, und deshalb tragen die Sammlungen einen sehr verschiedenen Charakter. Wenn man ihre Reihe im großen überblickt, so ist von unserem Standpunkt aus von besonderem Interesse, wie sich ihr Rahmen allmählich verändert und verengert hat. Herder, an dessen Namen sich bekanntlich

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Tanzen in Lothringen

“Wir haben auch getanzt, sagte Papa Gerné , aber mit Maß, am Stephanstag, Fastnacht, Ostermontag und an der Kirb [Kirmes , Kirchweih]. An der Kirb wurde der Hammel herausgetanzt, gebraten und gegessen und dann die Kirb begraben. Bei den Hochzeiten spielte nur ein Spielmann , aber an der Kirb waren es immer zwei, von denen der eine Geige, der andere

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Vorwort: Kinderlieder der deutschen Schweiz

In unserer Zeit erwacht allerorten der Sinn für alte Überlieferungen. Schon seit langem hat man überall eifrig nach alten Volksliedern gefahndet und reiche Ernte gehalten, wie z. B. die grossen Sammlungen von Erk – Böhme beweisen. Jünger ist das Interesse für den bescheidensten Zweig des Volksliedes, für das volkstümliche Kinderlied. Seit Rochholz als einer der ersten seine Sammlung, hauptsächlich aus

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Vorwort: Revolution von Erich Mühsam (1925)

Seit meiner Entlassung aus der bayerischen Festungshaft (20. Dez. 1924) ist mehrfach die Anregung an mich herangetreten, durch Herausgabe meiner singbaren revolutionären Gedichte dem Bedürfnis des kämpferischen deutschen Proletariats nach Liedern für den Marsch, für proletarische Feiern und für geselliges Beisammensein Nahrung zuzuführen. Daß dieses Bedürfnis jetzt unzweifelhaft in stärkerem Maße empfunden wird als je zuvor in den langen Jahrzehnten

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Ein deutsches Volkslied (Wir versaufen unser Oma)

In deutschen Landen ist augenblicklich ein Lied im Schwange, das den vollendetsten Ausdruck der Volksseele enthält, den man sich denken kann – ja, mehr: das so recht zeigt, in welcher Zeit wir leben, wie diese Zeit beschaffen ist, und wie wir uns zu ihr zu stellen haben. Während der leichtfertige Welsche sein Liedchen vor sich hinträllert, steht es uns an,

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Als der Großvater die Großmutter nahm (Auflage 1922)

Schlager sind Lieder, bestehend aus Musik und Worten, die kaum noch etwas mit ihren Autoren zu tun haben, sondern die aus der Literatur zum Gebrauchsgegenstand des Volkes oder des jeweiligen Volkskreises avanciert oder degradiert sind. Solche Lieder zum sonntäglichen Gebrauch des deutschen Bürgertums aus den Jahren 1740 bis 1840 hat Gustav Wustmann, der Schöpfer des ausgezeichneten Werkes ›Allerhand Sprachdummheiten‹, veranstaltet,

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Kaiser Wilhelm II über Erziehung in der Schule

Aus den Erfahrungen meiner eigenen Schuljahre kannte ich die Schattenseiten der Gymnasialerziehung. Der vorwiegend philologische Charakter der Ausbildung führte auch in der ganzen Erziehung zu einer gewissen Einseitigkeit. Ich hatte von 1874 bis 77 auf dem Gymnasium in Cassel beobachten können, daß zwar eine große Begeisterung für 1870/71 und für das neue Reich unter der Jugend vorhanden war, daß aber

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