Vorrede zu Deutscher Liederhort

Später, als in der Ankündigung vom August 1853 verheißen, übergebe ich diesen Band deutscher Volkslieder mit ihren eigentümlichen Melodien der Öffentlichkeit zu gemeinsamem Genusse, milder Pflege und eindringender Forschung dessen, was in diesen Früchten deutschen Lebens, deutschen Geistes und Gemütes niedergelegt ist. Daß ich Mühe und Arbeit nicht gescheut, mit Liebe und Begeisterung den Klängen und Lauten gelauscht, ihren Spuren in Schrift

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Lügenmärchen: Vorigen Handschuh verlor ich meinen Herbst

Vorigen Handschuh verlor ich meinen Herbst: Dieser aufs engste zu den Kinderpredigten ( Muluspredigten ) gehörige Scherz setzt sich aus mehreren, deutlich erkennbaren Bestandteilen zusammen. a) Zeile 1-13 (Vorigen Handschuh verlor ich meinen Herbst….sie sollten mir Garn stricken) Das erste Stück beruht auf der häufig im Spaß (z.B. “Wer wagt es, Knappersmann oder Ritt“) geübten, ursprünglich aber beim Versprechen beobachteten

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Das Lied vom treuen Robert Blum 1849

Die Resonanz dieser Lieder (auf Robert Blum) im Jahre 1849 in der Bevölkerung und ihre Verfolgung durch die Behörden zeigen uns anschaulich die Akten einer Disziplinaruntersuchung von Chemnitzer Bürgerschullehrern i. J. 1849, auf die zuerst Paul Willert die Aufmerksamkeit  gelenkt hat. Die Lehrer wurden, wie es in einem Schreiben des Polizeiaufsehers heißt, beschuldigt, “ihre republikanischen Ideen” auch in der Schule verbreitet

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Ein Fest für Robert Blum (1848)

Leipzig 18 August 1848. Heute feierten wir zu Ehren unseres Robert Blum ein noch nicht dagewesenes Volksfest im großen Küchengarten. Der deutsche Vaterlandsverein hatte es veranstaltet. Das Festlokal war auf die geschmackvollste Weise mit Fahnen der deutschen Farben, mehreren Transparenten, dem deutschen ungekrönten Doppeladler, unzähligen bunten Lampen usw geschmückt. In der Mitte befand sich eine Festhalle für Blum, dessen Familie

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Der Auszug nach Weiler (1848)

Für die Bauern war von den neuen Forderungen [im März 1848] keine so wichtig wie die Befreiung des Bodens, die Aufhebung der Feudallasten. In manchen Orten fehlte die Geduld, um auf gesetzliche Regelung zu warten, vielleicht auch der Glaube daran. In Baden kam es zuerst seit dem 6. März da und dort zu Ausschreitungen, die zumeist auf Zerstörung der Akten

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Sängerkrieg von Trarbach

Von Landschaften der Rheingegend erfuhr besonders das Moselland dichterische Verherrlichung und gab Veranlassung zu einem Liede. das im weitesten Sinne zum Volksliede geworden ist. dem „Moselliede” von Theodor Reck , komponiert von Georg Schmitt von Trier.  Die Geschichte des Reckschen Moselliedes wie der Mosellieder überhaupt ist aufs engste verknüpft mit der des sogen. ersten Sängerkrieges von Trarbach”. Im September 1845 wurde bei einem Nachtfeste, das die

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Vorwort: Kinder-Gärtlein (1843)

Mancher ernste Leser möchte wohl beim Durchblättern dieses Werkchens ein Wort über Zweck und Anlaß seines Erscheinens vermissen. Dies veranlaßt den Herausgeber zu folgenden Erklärungen. Vor Allem muß er erklären, daß sein Werkchen mit Ausnahme weniger Blätter sich von aller abstrakten Moral fernhaltend, nicht für diejenigen bestimmt ist, denen die Kinderwelt und ihr Wesen entfremdet, sondern bloß für solche Mütter

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