Allerhöchste Ordre für Schulpolitik (1890)

Berlin, den 18. Oktober 1890 Seine Majestät der König haben am 1. Mai 1889 nachstehende Allerhöchste Ordre an das Staatsministerium zu erlassen geruht: Schon längere Zeit hat Mich der Gedanke beschäftigt, die Schule in ihren einzelnen Abstufungen nutzbar zu machen, um der Ausbreitung sozialistischer und kommunistischer Ideen entgegenzuwirken. In erster Linie wird die Schule durch Pflege der Gottesfurcht und der

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Kritik an Sedanfeiern (1888)

In üblicher Weise verlief leider auch diesmal wieder die Beteiligung des Gymnasiums an dem Festzuge des Sedantages; denn bedauerlicherweise scheint es nicht gelingen zu wollen, für die Schulen eine angemessene Form der Beteiligung an dem schönen Feste zu finden. Die Jugend ist dazu da , an einem solchen Tage zu sehen, nicht aber, worauf es jetzt einzig hinausläuft, gesehen zu werden. Selbst

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Anweisung für Schulfeiern Kaiserreich (1888)

Patriotische Fest- und Gedenktage in Schulen Lüneburg, den 22. Januar 1888 Wir haben mehrfach die Erfahrung gemacht, daß. trotz des Konsistorial-Ausschreibens vom 11. April 1885 die patriotischen Fest- und Gedenktage zum Teil überhaupt noch nicht, teils nicht in einer der Wichtigkeit des Gegenstandes entsprechenden Weise.gefeiert werden, und sehen uns daher zu folgender Verfügung veranlaßt:  Als patriotische Gedenktage sind in sämtlichen

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Kneip- und Kommerslieder um 1880

68 Bummellieder aus: Deutsch-Österreichisches Studentenliederbuch von 1888 – ausdrücklich mit dem Hinweis, daß wenn jemandem die vollständigen Texte nicht bekannt sind, dieser erst das ” Kneipen ” erlernen solle: Es geht ein Rundgesang Littum littum littumlei Stiebel muß sterben Zieh Schimmel zieh Er sang so schön Das klingt ja so herrlich Dem Sänger drauf ein Drulalala Wißt ihr nicht wo

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Vorwort: Jungbrunnen (Scherer)

Vorliegende Sammlung bietet die schönsten deutschen Volkslieder in den erreichbar besten Lesarten. Sie enthält nur echte Volkslieder, d. h. solche, die ans dem Volke selbst hervorgegangen sind und diesen Ursprung durch Inhalt und Form bekunden. Lieder dagegen, welche von namhaften Dichtern herrühren und, weil sie den Volkston gut getroffen haben, in den Volksmund übergegangen sind (Volkstümliche oder Lieblings-Lieder) bleiben hier ausgeschlossen. Die Sammlung

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Johannes Cotta (Portrait)

Den großen Interessen des Vaterlandes und der Menschheit gewidmet, ist die Gartenlaube stets bemüht gewesen, auf die Männer hinzuweisen, welche eben diesen höchsten und edelsten Ideen ihr Leben und Streben in hervorragender Weise geweiht haben, und ihnen nach ihrem Dahinscheiden ein ehrendes Andenken für alle Zeiten zu sichern. Ein leuchtendes Denkmal, dauernder als Erz, setzt sie ihnen in den Herzen

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Vorwort: Kommersbuch (Erstausgabe 1858)

An Ernst Moritz Arndt. (zur ersten Ausgabe 1858.) Die Herausgeber wissen dies Buch, von dem sie wünschen, daß es ein Volksbuch werde, keinem würdigeren Manne widmend darzubringen, als Ihnen, dem zumeist auf den Namen eines Volksmannes, eines Vormannes im deutschen Volke, der Anspruch zufällt. Zugleich gehören Sie zu unseren Ältesten und haben die Jahre richtender und aufrichtender Drangsale, die nie vergessen werden

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Vorrede zu Deutscher Liederhort

Später, als in der Ankündigung vom August 1853 verheißen, übergebe ich diesen Band deutscher Volkslieder mit ihren eigentümlichen Melodien der Öffentlichkeit zu gemeinsamem Genusse, milder Pflege und eindringender Forschung dessen, was in diesen Früchten deutschen Lebens, deutschen Geistes und Gemütes niedergelegt ist. Daß ich Mühe und Arbeit nicht gescheut, mit Liebe und Begeisterung den Klängen und Lauten gelauscht, ihren Spuren in Schrift

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Lügenmärchen: Vorigen Handschuh verlor ich meinen Herbst

Vorigen Handschuh verlor ich meinen Herbst: Dieser aufs engste zu den Kinderpredigten ( Muluspredigten ) gehörige Scherz setzt sich aus mehreren, deutlich erkennbaren Bestandteilen zusammen. a) Zeile 1-13 (Vorigen Handschuh verlor ich meinen Herbst….sie sollten mir Garn stricken) Das erste Stück beruht auf der häufig im Spaß (z.B. “Wer wagt es, Knappersmann oder Ritt“) geübten, ursprünglich aber beim Versprechen beobachteten

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Das Lied vom treuen Robert Blum 1849

Die Resonanz dieser Lieder (auf Robert Blum) im Jahre 1849 in der Bevölkerung und ihre Verfolgung durch die Behörden zeigen uns anschaulich die Akten einer Disziplinaruntersuchung von Chemnitzer Bürgerschullehrern i. J. 1849, auf die zuerst Paul Willert die Aufmerksamkeit  gelenkt hat. Die Lehrer wurden, wie es in einem Schreiben des Polizeiaufsehers heißt, beschuldigt, “ihre republikanischen Ideen” auch in der Schule verbreitet

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