Weberlieder


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Das ist die Zeit der schweren Not

Das ist die Zeit der schweren Not! – bar des Erwerbs und ohne Brot läßt man den Armen ganz allein, nur überlassen seiner Pein. Du, der dich wiegt Fortunas Schoß was kümmert dich sein herbes Los. Du wohnst in deinem stolzen Haus und gehst in schmucken Kleidern aus Hast jeden Tag dein sattes Brot du kennst sie nicht die graue

Liederzeit: | 1920


Das Maulbeerblatt die Raupe spinnt

Das Maulbeerblatt, die Raupe spinnt. Nun der Markt. Der Handel beginnt. Die gelben Kokons. Die Spinnerei. Farbe drauf. Und Weberei. Tausend Mädchen weben Seide Bunte weiche Damenseide Hundert Damen tragen Kleider feine seidene Herrschaftskleider Farbikherr und Händler werden sehr dick die armen Weberinnen nicht. Text: Max Dortu in: ” Der Textilarbeiter “, Nummer 39, 9/1927

Liederzeit: | 1927


Das Weberschifflein

Husch ist es hier – husch ist es dortkaum greift´s das Auge, schon ist es fortEin Mäuslein eilt so, mit zitterndem Laufschon ist es verschwunden, ein Loch nahm es aufDas Glück oft huscht so mit flüchtiger Hastverschwindet im Locheeh`du es erfaßt Text: Georg Rick in: ” Textilarbeiterzeitung “, 14.3.1928

| | 2004


Delmenhorster Industrie (Zwei Versionen)

Ihr lustigen Delmenhorster, seid ihr alle beisammen Ihr lustigen Delmenhorster, seid ihr alle beisammen Ein Lied woll´n wir singen ein Lied soll erklingen soll durch die Lüfte brausen wie noch nie von der Delmenhorster Industrie Die Wollkämmerei und die schöne Jutespinnerei Die Wollkämmerei und die schöne Jutespinnerei Von der Jute macht man Säcke, von der Wolle macht man Röcke und

Liederzeit: | | 1960


Der alte Gewerkschafter Xaver – Anekdote

Der alte Gewerkschafter Xaver zu seinem unorganisierten Nebenarbeiter Fritz. “Du Fritz, willst du nicht auch in den Verband eintreten? Du hast doch in der Zeitung gelesen, wie es in unserer Textilindustrie jetzt Kämpfe absetzt. Es wird immer Ärger. Mach doch auch mit!” “Das ist schon recht,” sagt der Fritz darauf,” aber am letzten Zahltag habe ich zu wenig verdient. Ich

| | 2004


Der Arme sitzt am Webstuhl (Weberspruch)

Der Arme sitzt am Webstuhl Der Reiche liegt auf der faulen Seite Großschweidnitz, Mitteld. II 118 “Die Weberreime sollen bisweilen den Rhythmus bzw. die verschiedenen Rhythmen des Webergeräusches wiedergeben.  (siehe Curt Müller: “Lautausdeutung”) Sächs. II 55 ff. nach Wolfgang Steinitz: I. 266f

Liederzeit: | | 1900


Der bleiche Weber – Der Leineweber

Der bleiche Weber sitzt am Stuhl er wirft mit matter Hand die Spul – knick knack! – Er hebt den müden Fuß zum Treten: – “Herr Gott ! Jetzt kann ich nimmer beten – knick knack! – Du Linnentuch, du Linnentuch ! ein jeder Faden sei ein Fluch! Es webt und webt sein morscher Leib, am Boden liegt sein sterbend

Liederzeit: | , | 2004


Der Invalid (1920)

Auf den Stock gestützt, den Rücken gebeugtMühsamen Schrittes er vorwärts keuchtVerzweifelt denkt er an den Rest seiner Tagedenn schier unerträglich ist seine LageLeere Versprechen und nacktes Erbarmenbringen nicht rettende Hilfe dem Armenwo winkt ein Lebensabend ihm heiterwenn Mangel und Sorge sind seine Begleiter Steigende Teuerung auf Kohlen und Brotverschärft ihm fast stündlich noch seine NotBleibt dieser Zustand noch länger bestehnmuß

| | 2004


Der kommende Tag 1920

Ob wir auch tief im Elend gehenwir sind´s doch, die das Feld besäenWir sind´s doch, deren Muskelkraftdie goldene Last zu Graben rafftund übervolle Scheuern schafftUnd blüht uns auch kein Glück, kein Sternund wird uns auch vom Tisch der Herrnfür unsere Mühen, unsere Fronnur karger Dank, nur karger LohnGemach, Gemach: Es kommt ein Tagda wird die Sonne leuchtend schönauch über unseren

| | 2004


Der Mond scheint der Weber weint

Dr Mond schennt dr wabr flennt dr Spuln gieht no Brut dr Spinnr, dar hot Nut Übersetzung: Der Mond scheint Der Weber weint Der Spuler geht nach Brot Der Spinner, der hat Not Vierzeiler, kürzere Lieder und Sprüche der Oberlausitzer Weber in: Steinitz , I, S. 265ff, nach Curt Müller, Löbau, Ende des 19. Jhd.

Liederzeit: | | 1890



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