Denn dieser Feldzug ist kein Schnellzug

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Denn dieser Feldzug ist kein Schnellzug

Denn dieser Feldzug,
Das ist kein Schnellzug
Er (Es) ist ein Bummelzug
Der langsam fährt

W. Schuhmacher, XVIII. Armeekorps, schon 1914. –
Abgedruckt bei Schuhmacher, Soldatenlied, S. 168.

Denn dieser Feldzug ist bald vorüber,
Und ohn den Feind gesehn ziehn wir nach Haus
Schuhmacher, Soldatenlied, S. 168: „1914“.

Denn dieser Feldzug
das ist kein Schnellzug
Er ist ein Krebsgang
Drum dauert er so lang

DVA A 106918. Bayr. Res.-Inf.-Regt. Nr.16
(Bayrische Wörterbuchkommission)

Drum Mädchen weine nicht
Sei nicht so traurig,
Mach” deinem Kanonier
Das Herz nicht schwer
Denn dieser Feldzug
das ist kein Schnellzug
Wir fahren Güterzug
Bis nach Paris

DVA A 108 088. 1. bayer. Res.-Fußart.-Regt.

Denn dieser Feldzug
Nimmt ja kein Ende!
Wisch dir die Tränen ab
Mit Sandpapier.

DVA A 107 046. „1916“.

Denn dieser Feldzug
Er dauert 7 Jahre
Und wenn wir heimkommen
Habn wir graue Haare

DVA A 108 262. „Gesungen beim Schützenregt. 108, Dresden. Eingesandt 29. 1. 1919.

in: Der große Steinitz (1962, Nr. 272 A – F)

J. Meier, Soldatenlied, S. 55, sagt zu den damals (1916) vorliegenden Einsendungen: „Auf die Ironisierungen, durch die der Soldat über die bei ihm beliebte und doch wieder peinIiche Rührung hinwegkommen will („denn dieser Feldzug ist ja. kein D-Zug“, „wisch dir die Tränen ab mit Glaspapier [Käspapier]‘), will ich nur kurz hinweisen.“

CDs und Bücher mit Denn dieser Feldzug ist kein Schnellzug:

Anmerkungen zu "Denn dieser Feldzug ist kein Schnellzug"

Es handelt sich um die Parodie eines Refrains, der zu verschiedenen Soldatenliedern gesungen wurde, u. a. zu dem sehr beliebten:

Schatz, ach Schatz
reise nicht so weit von hier
(s. u.).

Der zu Beginn des Weltkriegs gesungene Refrain lautete z. B.:

Drum, Mädchen, weine nicht
sei nicht so traurig,
Mach deinem Musketier
das Herz nicht schwer.
Denn dieser Feldzug
ist bald vorüber,
Wisch dir die Tränen ab
und wein nicht mehr.
Neumann, Volkslied im Weltkriege, S. 62. –

J. Meier, Soldatenlied, S. 53 f., hat die Vorgeschichte des Verses „Wisch dir die Träne ab und wein nicht mehr“ dargestellt. In der Form „Stille die Träne und weine nicht mehr!“ erscheint er schon in einem seit den 1850er Jahren überlieferten Soldatenlied (s. EB III Nr. 1413). Rhythmisch abgeändert, schloß sich dann der Vers als Refrain anderen Soldatenliedern an.