Aus des Alltags grauen Sorgen
kommen wir im Schritt der Zeit.
Unser Jugend wächst das Morgen
aus dem Meer der Ewigkeit
Ewigkeit und die Zeit
müssen neue Tage bringen
In der Städte dunkle Straßen
steigt herauf der Geist der Pflicht
singt durch nächte schwere Gassen
Tanz von Jubeltag und Licht
Licht und Tag, Feld und Hag
muß im Glanz der Freude strahlen
In der Arbeit dumpfe Hallen
tragen wir der Sonne Glut
Heute muß das Gestern fallen
stürzen uns mit frohem Mut
Jugendblut, Flammenglut
sei die Fackel unsrer Kämpfe
Der Fabriken lärmend Singen
wandeln wir zum Jubelschrei
Hammerschlag und Amboßschwingen
wird zu Liedern stark und frei
Stark und frei, schließt die Reih
die uns führt zum heil’gen Streite
Heller Morgenröte Glänzen
zieht durch rauchgeschwärztes Hirn
und mit golden Sonnenkränzen
schmücken wir die ruß’ge Stirn
Menschenhirn, wie ein Firn
trage Frühling in die Lande
Freund herbei und reich die Hände!
Laß uns streiten freudig kühn
Siehst du an der Weltenwende
unsrer Tage Zukunft blühn?
Tage blühn und wir ziehn
froh dem Sonnengold entgegen
Text: Ernst Kerkow
Musik: Verfasser unbekannt
in Unser Lied (1922)