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Zu Augsburg steht ein hohes Haus
nah bei dem alten Dom,
da tritt an hellem Morgen aus
ein Mägdelein gar fromm;
Gesang erschallt
zum Dome wallt
die liebe Gestalt

Dort, vor Mariä heilig Bild
sie betend niederkniet,
der Himmel hat ihr Herz erfüllt
und alle Wahrheit flieht:
„O Jungfrau rein!
Lass mich allein!
dein eigen sein!“

Alsbald der Glocke dumpfer Klang
die Betenden erweckt.
Das Mägdlein wallt die Hall entlang
es weiss nicht, was es trägt;
auf dem Haupte ganz
von Himmelsglanz
einen Lilienkranz.

Mit Staunen sehen alle Leut
dies Kränzlein licht im Haar,
das Mägdlein aber wallt nicht weit
tritt vor den Hochaltar:
„Zur Nonne weiht
mich arme Maid!
Stirb, Lieb und Freud“

Gott gib, dass dieses Mägdelein
ihr Kränzlein friedlich trag
Es ist die Allerliebste mein
bleibt’s bis zum jüngsten Tag.
Sie weiss es nicht
Mein Herz zerbricht
stirb, Lieb und Licht

Text: Justinius Kerner (1786-1862)
Musik: Friedrich Silcher (1789-1860)  oder L. J. ?
in: — Albvereins-Liederbuch (ca. 1900) — Gesellenfreud (1913 , Nr. 172 „Stirb, Lieb und Freud“) — Alpenrose (1924)

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Die Noten zu "Zu Augsburg steht ein hohes Haus":

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