Wo viele hundert Schlote heben (Forst Lausitz)

Lieder vom Weben und Spinnen | | 2004
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Wo viele hundert Schlote heben
himmelwärts, sich groß und klein,
wo der Arbeiter am Leben
sich recht wenig nur kann freu´n –
Wo viel tausend Menschen streben
morgens zu Fabriken hin,
wo sie schaffen, schinden, weben
müde sich und schwach den Sinn –

Wo sich kaum der Arme nähren
notdürftig nur kleiden kann,
Wo sich in Fabriken wehren
zwei gen Hunger: Frau und Mann –
Wo die Kinder morgens müssen
aufstehn müd’ und ach, noch schwach,
da ja nur auf Schlafes Kissen
ihrer „Leib-Geist“ Ruhe hat –


Forst nennt man den Ort. Wo Tuche
millionenfach entstehn,
und wo trotzdem – daß ich’s finde –
tausende in Lumpen gehen…
Wo die Schlotbarone mästen
unersättlich sich vom Schweiß
armer Leute. Mit viel Ästen
saugen auf sie Lohn vom Fleiß…


Doch die Macht der starken Reichen
ist hier schon nicht mehr so groß:
denn in dem Gewerkschaftszeichen
kämpft der Arme für „sein Los!“

Text: Erich Fabian
in: “ Der Textilarbeiter „, Nummer 11, 1928
 







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