Wo man drüben im Westen den Schönhengst sieht (Dort ist die schöne Weberei)

Lieder vom Weben und Spinnen | | 2004
Mp3, CDs und Bücher dazu: :
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Wo man drubn im Westen den Schönhengst sieht
wo kein edler Weinstock und kein Baum mehr blüht
wo man frisch und einfach lebt, vom Gelde frei
dort ist die schöne, schöne Weberei

Wo jeder Bürger, Bauer und Häusler auf dem Webstuhl sitzt
frisches Wasser trinkt und Wassersuppe ißt
Wo’s von Schwarzmehl Knödl gibt zur Schmauserei
dort ist die schöne, schöne Weberei

Wo man auf hohen Bergen und auf steilen Höhn
sieht bald da, bald dort ein armes Hüttchen stehn
Darinnen Weberstühle zwei bis drei
dort ist die schöne, schöne Weberei


Wo schöne Mädchen hinterm Webstuhl sitzen
für zwei Sechser die ganze Woche schwitzen
dabei beschuldigt werden der Dieberei
dort ist die schöne, schöne Weberei


Wo man hundertzwanzig Ellen für neunundneunzig mißt
und zwei Ellen Ware um zwei Kreuzer macht
dabei beschuldigt wird der Dieberei
dort ist die schöne, schöne Weberei


Wo der arme Weber sich recht und redlich plagt
bei Hungerslohn, bei Tag und Nacht
Baumwollwaren webet mancherlei
dort ist die schöne, schöne Weberei

Text und Musik: unbekannt
aus: Der Große Steinitz , Band I, S.254
zitiert wird: Mitteilungen zur Volks- und Heimatkunde des Schönhengster Landes.12, 1916, S.51,







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