Wo ich sei und wo mich hingewendet (Thekla)

Geistliche Lieder | 1805
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Wo ich sei, und wo mich hingewendet
Als mein flücht´ger Schatte dir entschwebt?
Hab ich nicht beschlossen und geendet
Hab ich nicht geliebet und gelebt

Willst du nach den Nachtigallen fragen,
Die mit seelenvoller Melodie
Dich entzücken in des Lenzes Tagen?
Nur solang sie liebten, waren sie.

Ob ich den Verlorenen gefunden
Glaube mir, ich bin mit ihm vereint
Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden
Dort, wo keine Träne wird geweint

Dorten wirst auch du uns wieder finden
Wenn dein Lieben unserm Lieben gleicht
Dort ist auch der Vater, frei von Sünden
Den der blut´ge Mord nicht mehr erreicht

Und er fühlt, daß ihn kein Wahn betrogen
Als er aufwärts zu den Sternen sah
Denn wie jeder wägt, wird ihm gewogen
Wer es glaubt, dem ist das Heil’ge nah

Wort gehalten wird in jenen Räumen
Jedem schönen gläubigen Gefühl
Wage du, zu irren und zu träumen
Hoher Sinn liegt oft in kind´schem Spiel

Text: Friedrich Schiller 1759-1805
Musik: Franz Schubert –







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