Wo das Lied die Moorsoldaten entstand

Liederorte | Volkslied-Forschung | | 2015
Mp3, CDs und Bücher dazu: :
CD buch

Das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager, kurz DIZ

1985 richtet das 1981 gegründete Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager e.V. in einem gemieteten Haus in Papenburg eine erste, provisorische Dauerausstellung ein, nachdem Versuche gescheitert sind, eine Gedenkstätte am Gelände des ehemaligen Lagers Esterwegen aufzubauen.

Zuvor sind durch die Veröffentlichungen einer vom Landkreis Emsland in Auftrag gegebenen Dokumentation der Münsteraner Hochschullehrer Erich Kosthorst und Bernd Walter und durch eine Dissertation der Oldenburgerin Elke Suhr umfangreiche wissenschaftliche Grundlagen für eine Darstellung der Geschichte gelegt worden.

Von Beginn an wird die Arbeit durch ehemalige Häftlinge unterstützt, sowohl politisch und finanziell wie auch durch ihre Erinnerungsberichte und durch die Abgabe persönlicher Dokumente. in den Lagern entstandener Briefe und Postkarten, Zeichnungen oder Schnitzereien.

Neben der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Emslandlager und einer Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit an diesem regionalen Beispiel gehört auch die Auseinandersetzung mit undemokratischen Entwicklungen und neofaschistischen Gefahren der Gegenwart zu den Themen des DIZ.

1993 übergibt der Landkreis Emsland dem Verein ein neues Gebäude zur Nutzung, das er mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen und der Stadt Papenburg hat errichten lassen. In der neuen Dauerausstellung, vom Land und der Stiftung Niedersachsen gefördert, dokumentieren unter dem Thema „Lagerleben“ Texttafeln und Lesepulte sowie zahlreiche Exponate die Geschichte der Lager und ihrer Insassen.In einem zweiten Ausstellungsraum wird im Wechsel mit ausgeliehenen Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Aspekten des Nationalsozialismus die 2002 erarbeitete Ausstellung „Kultur als Zuflucht – Kunst im Lageralltag“ präsentiert. In ihr steht eine Auswahl aus der über 100 Zeichnungen, Papierschnitte und Aquarelle umfassenden Sammlung „Warten auf die Freiheit“ des Künstlers und ehemaligen Moorhäftlings Ernst Walsken (Solingen) im Mittelpunkt. Die kleinformatigen Arbeiten sind von 1937 bis 1939 in den Lagern Esterwegen und Aschendorfermoor entstanden. Weiterhin sind Zeichnungen anderer Häftlinge und Objekte wie Schachspiele mit kunstvoll geschnitzten Figuren, bemalte und gebastelte Postkarten an die Familie, Blecharbeiten oder neben dem „Lied der Moorsoldaten“ auch bisher kaum bekannte Liedtexte französischer Kriegsgefangener und Gedichte zu sehen.

Ergänzend zu den beiden Ausstellungsräumen und den Funktionsräumen stehen im DIZ ein Vertrags- und Seminarraum mit 70 Plätzen und allen technischen Geräten, eine Bibliothek und ein Archivraum zur Verfügung. Die Bibliothek (Ausleihe möglich) umfasst ca. 4.500 Titel.

Im Jahr 2004 wurde das Haus von mehr 10.000 Menschen besucht, darunter zahlreiche Schulklassen und Erwachsenengruppen, die an Führungen (s. Programmvorschlag), Projekttagen, Seminaren und Veranstaltungen teilnahmen.

Dem Trägerverein des DIZ, der dessen Arbeit neben erheblichen Förderungen des Landes Niedersachsen und des Landkreises Emsland (Stellen- und Projektfinanzierung) sowie der Stadt Papenburg u.a. über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, gehören mehr als 400 Mitglieder an: unter ihnen sind neben Einzelpersonen und Organisationen auch 20 Kommunen aus dem emsländisch-ostfriesischen Raum.

Region: ,






Kinderspiele | Fussball-Lieder | Balladen | Kinderlieder | Liebeslieder | Weihnachtslieder