Wo das Lied der Moorsoldaten entstand

uncategorized | 2009
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Das DIZ in Papenburg

Das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager, kurz DIZ


1985 richtet das 1981 gegründete Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager e.V. in einem gemieteten Haus in Papenburg eine erste, provisorische Dauerausstellung ein, nachdem Versuche gescheitert sind, eine Gedenkstätte am Gelände des ehemaligen Lagers Esterwegen aufzubauen.


Zuvor sind durch die Veröffentlichungen einer vom Landkreis Emsland in Auftrag gegebenen Dokumentation der Münsteraner Hochschullehrer Erich Kosthorst und Bernd Walter und durch eine Dissertation der Oldenburgerin Elke Suhr umfangreiche wissenschaftliche Grundlagen für eine Darstellung der Geschichte gelegt worden.


Von Beginn an wird die Arbeit durch ehemalige Häftlinge unterstützt, sowohl politisch und finanziell wie auch durch ihre Erinnerungsberichte und durch die Abgabe persönlicher Dokumente. in den Lagern entstandener Briefe und Postkarten, Zeichnungen oder Schnitzereien.



Neben der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Emslandlager und einer Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit an diesem regionalen Beispiel gehört auch die Auseinandersetzung mit undemokratischen Entwicklungen und neofaschistischen Gefahren der Gegenwart zu den Themen des DIZ.


1993 übergibt der Landkreis Emsland dem Verein ein neues Gebäude zur Nutzung, das er mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen und der Stadt Papenburg hat errichten lassen. In der neuen Dauerausstellung, vom Land und der Stiftung Niedersachsen gefördert, dokumentieren unter dem Thema „Lagerleben“ Texttafeln und Lesepulte sowie zahlreiche Exponate die Geschichte der Lager und ihrer Insassen.In einem zweiten Ausstellungsraum wird im Wechsel mit ausgeliehenen Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Aspekten des Nationalsozialismus die 2002 erarbeitete Ausstellung „Kultur als Zuflucht – Kunst im Lageralltag“ präsentiert. In ihr steht eine Auswahl aus der über 100 Zeichnungen, Papierschnitte und Aquarelle umfassenden Sammlung „Warten auf die Freiheit“ des Künstlers und ehemaligen Moorhäftlings Ernst Walsken (Solingen) im Mittelpunkt. Die kleinformatigen Arbeiten sind von 1937 bis 1939 in den Lagern Esterwegen und Aschendorfermoor entstanden. Weiterhin sind Zeichnungen anderer Häftlinge und Objekte wie Schachspiele mit kunstvoll geschnitzten Figuren, bemalte und gebastelte Postkarten an die Familie, Blecharbeiten oder neben dem „Lied der Moorsoldaten“ auch bisher kaum bekannte Liedtexte französischer Kriegsgefangener und Gedichte zu sehen.


Ergänzend zu den beiden Ausstellungsräumen und den Funktionsräumen stehen im DIZ ein Vertrags- und Seminarraum mit 70 Plätzen und allen technischen Geräten, eine Bibliothek und ein Archivraum zur Verfügung. Die Bibliothek (Ausleihe möglich) umfasst ca. 4.500 Titel.


Im Jahr 2004 wurde das Haus von mehr 10.000 Menschen besucht, darunter zahlreiche Schulklassen und Erwachsenengruppen, die an Führungen (s. Programmvorschlag), Projekttagen, Seminaren und Veranstaltungen teilnahmen.


Dem Trägerverein des DIZ, der dessen Arbeit neben erheblichen Förderungen des Landes Niedersachsen und des Landkreises Emsland (Stellen- und Projektfinanzierung) sowie der Stadt Papenburg u.a. über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, gehören mehr als 400 Mitglieder an: unter ihnen sind neben Einzelpersonen und Organisationen auch 20 Kommunen aus dem emsländisch-ostfriesischen Raum.


Vergessene und verdrängte Geschichte Die Emslandlager 1933-1945


Im Sommer 1933 lässt der preußische Staat im Emsland die Konzentrationslager Börgermoor (hier entsteht das „Lied der Moorsoldaten“). Esterwegen als Doppellager und Neusus-trum zur Ausschaltung und „Umerziehung“ von tatsächlichen und vermeintlichen Gegnern des NS-Regimes einrichten. In den Lagern sind zunächst bis zu 4.000 politische „Schutzhäftlinge“ inhaftiert.


Während Esterwegen noch bis zum Spätsommer 1936 als KZ bestehen bleibt, werden schon ab 1934 die beiden anderen und vier neue Lager im nördlichen Emsland von der Justiz als Strafgefangenenlager übernommen und mit Kriminellen, politischen Gefangenen. Homosexuellen und anderen zivilgerichtlich Verurteilten belegt. Zu ihrer besonders harten Bestrafung sollen nicht nur die unmenschlichen Lebensbedingungen in den Lagern beitragen. Gleichzeitig setzt man die Gefangenen zu schwerer körperlicher Arbeit bei der Kultivierung der emsländischen Moore ein.


1938 werden acht weitere Lager im mittleren und südlichen Emsland gebaut. Ab Kriegsbeginn kommen in die sechs nördlichen Lager zunehmend militärgerichtlich verurteilte deutsche Soldaten (Fahnenflüchtige, „Wehrkraftzersetzer“ u.a.). Die neun anderen Lager richtet das Oberkommando der Wehrmacht als Kriegsgefangenenlager ein. Im Emsland und in vielen Orten Nordwestdeutschlands sowie in Nordnorwegen und Westfrankreich entsteht in diesen Jahren ein Netz von Ar-beits- und Außenkommandos der Lager.


Ca. 80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene sowie weit über 100.000 Kriegsgefangene werden bis Kriegsende in den 15 Emslandlagern inhaftiert. Wahrscheinlich bis zu 30.000 Menschen, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, kommen in ihnen ums Leben.


Das DIZ bietet an:



  • Für Einzelpersonen in Ergänzung zur Dauer- und Sonderausstellung die Vorführung eines Films mit Häftlingsberichten
  • Referentenvorträge für Veranstaltungen in Einrichtungen z.B. der Erwachsenenbildung
  • Seminare und Fortbildungen (auf Anforderung)
  • Sonderausstellungen, Lesungen und Vorträge im Rahmen eines Halbjahresprogramms (bitte anfordern oder auf den Internetseiten einsehen)
  • Nutzung und Ausleihe von Unterrichtsmaterialien
  • Nutzung und Ausleihe von Fachliteratur
  • Literatur zu den Emslandlagern (eigene Publikationen)
  • Praktikumplätze
  • Programmvorschlag für Schulklassen (ab 6. Kl.) und Gruppen ab 10 Personen nach vorheriger Anmeldung:
  • Einführung in die Entstehungsgeschichte und Arbeit des DIZ: Einstieg mit dem ..Lied der Moorsoldaten“
  • Diavortrag zur Geschichte der Emslandlager (ca. 60 Min.;altersspezifisch)
  • Gang durch die Dauerausstellung (Schulklassen evtl. mit
  • Fragebogen) und die Sonderausstellung (45-60 Min.) Gesamtdauer: 2 – 2 Vi Stunden Ergänzt werden kann die Führung z.B. durch
  • einen Film über ein Treffen ehemaliger Häftlinge der Emslandlager in Papenburg (30 Min.)
  • eine Fahrt zur Gedenkstätte Esterwegen (Friedhof) und zum ehemaligen Lagerort Esterwegen (90-120 Min.)

In einer kleinen Broschüre (bitte anfordern) werden unterschiedliche Projekte für Schulklassen angeboten.


Programmkosten (mit Führung, incl. Eintritt):


Erwachsene 3,00 EUR 65+ 2,75 EUR ermäßigt 2,25 EUR Schüler 2,00 EUR


Wird die Gruppe während der Rundfahrt von einem DIZ-Mitarbeiter im privaten PKW begleitet, weil z.B. der Bus nach Beendigung der Rundfahrt in Esterwegen nicht nach Papenburg zurückfährt. sind zusätzlich pauschal 20 EUR zu entrichten.


Schulklassen und Gruppen aus Niedersachsen mit Teilnehmern ab 15 Jahre können beim Land Niedersachsen (Kultusministerium) einen Zuschuss zu den Fahrtkosten beantragen.


Literaturhinweise:


Auf der Suche nach den Moorsoldaten. Die Emslandlager 1933-1945. Papenburg, 4. Aufl. 2002, 7,00 Euro. Das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager in Papenburg. Hinweise und pädagogische Anregungen für einen Besuch vor Ort. Papenburg, 2. Aufl. 2002, 1,50€ Für weitere Literatur bitte Liste anfordern!


DIZ Emslandlager Wiek rechts 22, 26871 Papenburg


Postanschrift:
Postfach 1132, 26851 Papenburg
Tel.: 04961 -916306
Fax: 04961-916308
E-Mail: mail@diz-emslandlager.de
Internet: www.diz-emslandlager.de


Öffnungszeiten:


Dienstag bis Freitag und Sonntag 10-17 Uhr (vom 23.12.-1.1.. Ostern und Pfingsten geschlossen)


Für Gruppenbesuche können andere als die genannten Zeiten, also auch an Abenden oder an sonst geschlossenen Tagen, vereinbart werden.


Eintritt (Ausstellung):


Erwachsene 2,00 EUR; ermäßigt 1,00 EUR


So finden Sie uns in Papenburg:


Das DIZ befindet sich ca. 1 km vom Rathaus entfernt, gegenüber einer Bockwindmühle. Beachten Sie im Verkehrsleitsystem der Stadt auch die Ziele ..8″ oder ..16″ (= DIZ) sowie die Ausschilderung „DIZ“.


– Auf der B 70, von Leer aus kommend, biegen Sie in Papenburg an der 2. Ampel nach links in den Fahnenweg ein. Am Ende dieser Straße (Bockwindmühle), die auf einen kleinen Kanal stößt, sehen Sie auf der gegenüberliegenden Seite das DIZ.


– Auf der B 70. von Meppen aus kommend, biegen Sie in Papenburg an der ersten Ampelkreuzung nach rechts (Rathausstraße) und nach ca. 800 m am Hauptkanal entlang nach links (Ausschilderung ..DIZ“) in die Straße Wiek rechts ab.


– Auf der B 401. von Oldenburg aus kommend, biegen Sie an der Abfahrt nach Papenburg rechts ab und fahren 10,5 km geradeaus. Danach biegen Sie nach links (Ausschilderung „DIZ“) in die Straße Wiek rechts ab. (Von Sögel aus kommend die B 401 überqueren, dann wie hier beschrieben.)

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