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CD buch

Wir hatten gebauet
ein stattliches Haus
Und drin auf Gott vertrauet,
trotz Wetter, Sturm und Graus

Wir lebten, so traulich,
So innig, so frei,
Den Schlechten ward es graulich,
Wir lebten gar zu treu!

Sie lügten, sie suchten
Nach Trug und Verrat,
Verleumdeten, verfluchten,
Die junge grüne Saat!

Was Gott in uns legte,
Die Welt hat’s veracht’t,
Die Einigkeit erregte
Bei Guten selbst Verdacht!

Man schalt es Verbrechen,
Man täuschte sich sehr;
Die Form kann man zerbrechen,
Die Liebe nimmermehr.

Die Form ist zerbrochen,
Von außen herein,
Doch, was man drin gerochen,
War eitel Trug und Schein.

Das Band ist zerschnitten,
War Schwarz, Rot und Gold,
Und Gott hat es gelitten,
Wer weiß was er gewollt!

Das Haus mag zerfallen –
Was hat’s dann für Not?
Der Geist lebt in uns allen,
Und unsre Burg ist Gott!

Text: Daniel August von Binzer – nach der Auflösung der Jenaer Burschenschaft in Folge der Karlsbader Beschlüsse, 1819
Musik: Thüringer Volksweise
 auf die gleiche Melodie: Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand

u.a. in: Deutsch-Österreichisches Studentenliederbuch (1888) — Liederbuch Postverband (1898) — Liederbuch des jungdeutschen Ordens (ca. 1921) —

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