Wie soll ich dich empfangen

Geistliche Lieder | | 1650
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Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn´ ich dir
O aller Welt Verlangen
o meiner Seele Zier?
O Jesu, Jesu, setze
mir selbst die Fackel bei
damit, was dich ergötze
mir kund und wissend sei

Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin
und ich will dir in Psalmen
wrmuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen
so gut es kann und weiß.

Was hast du unterlassen
zu meinem Trost und Freud´
als Leib und Seele saßen
in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen,
da Fried´ und Freude lacht
Da bist du, mein Heil, kommen
und hast mich froh gemacht

Ich lag in schweren Banden,
du kommst und machst mich los
Ich stund in Spott und Schanden
du kommst und machst mich groß
Und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut
das sich nicht läßt verzehren
wie irdisch Reichtum tut.

Nichts, nichts hat dich getrieben
uu mir vom Himmelszelt
als das geliebte Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast
die kein Mund aus kann sagen
so fest umfangen hast

Das schreib dir in dein Herze,
Du hochbetrübtes Heer,
Bei denen Gram und Schmerze
Sich häuft je mehr und mehr.
Seid unverzagt! Ihr habet
Die Hilfe vor der Tür;
Der eure Herzen labet
Und tröstet, steht allhier.

Ihr dürft euch nicht bemühen
Noch sorgen Tag und Nacht,
Wie ihr ihn wollet ziehen
Mit eures Armes Macht;
Er kommt, er kommt mit Willen,
Ist voller Lieb‘ und Lust,
All‘ Angst und Not zu stillen
Die ihm an euch bewußt.

Auch dürft ihr nicht erschrecken
Vor eurer Sündenschuld.
Nein, Jesus will sie decken
Mit seiner Lieb‘ und Huld.
Er kommt, er kommt den Sündern
Zu Trost und wahrem Heil,
Schafft, daß bei Gottes Kindern
Verbleib‘ ihr Erb‘ und Teil.

Was fragt ihr nach dem Schreien
Der Feind‘ und ihrer Tück‘?
Ihr Herr wird sie zerstreuen
In einem Augenblick.
Er kommt, er kommt ein König,
Dem wahrlich alle Feind‘
Auf Erden viel zu wenig
Zum Widerstande seind.

Er kommt zum Weltgerichte,
Zum Fluch dem, der ihm flucht;
Mit Gnad‘ und süßem Lichte
Dem, der ihn liebt und sucht.
Ach komm, ach komm, o Sonne,
Und hol uns allzumal
Zum ew’gen Licht und Wonne
In deinen Freudensaal

Text: Paul Gerhardt (1607-1676)
Musik: auf die  Melodie von Valet will ich dir geben , Melchior Tescher (1614)
in Lieder für höhere Mädchenschulen (1919) — Kinderklänge (1921) — Macht hoch die Tür (1951) —




Die Noten zu "Wie soll ich dich empfangen":

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