Weisst Du wieviel Kunden laufen

Vagabundenlieder | | 1910
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Weißt Du wieviel Kunden laufen
auf der Welt und Soruff saufen
wieviel Tippelschicksen streichen
in dem ganzen deutschen Reiche
Denn die Bettelmusikanten
die Zigeuner und Schnurranten
die gehören garnicht mehr
in das deutsche Kundenheer.

Weißt Du, wieviel Tappenreiter
die als Katzhoff, Pflanzer, Schneider
Kellner, Säger und Skribenten
sich als solche tun benennten
Mausfallskrämer und Hausierer
auch Seiltänzer, Orgelspieler
alle zieh´n mit ihren Sachen
auf großen und kleinen Straßen.

Weißt Du, wievel Kunden sitzen
auf der Flöt und Trübsal schwitzen
wo sie hinter Schloß und Riegeln
müssen sich kaputt schenigeln:
Endlich schickt man sie hinaus
mit dem Totenschein nach Haus
Denn in diesen windigen Orten
ist noch keiner besser geworden.

Wer kann all die duften Pennen
in dem deutschen Reiche nennen
wo die Schicksen und die Kunden
Kommando schieben viele Stunden
wo man wird beim Penneboos
Talf- und Zottelware los
wo das Kümmelblatt floriert
manchen linken Schecks verschmiert.

Doch der allergrösste Feind
Der ganz klein und winzig scheint
Und viel ärger als der Schucker
Quälet diesen armen Schlucker
Der in manche Kundenstaude
Millionen Nester baute
Und nicht sicher lässt den Schläfer
Ist des deutschen Reiches Käfer

Und der Herbst mit seinen Segen
kommt den Kunden ganz gelegen
seht, wie sie vor Freude springen
und dabei das Liedchen singen:
Fort nach Spanien, fort nach Süden
wo die Hopfenstöcke blühen
wo sich tausende von Kunden
haben wieder eingefunden.
(Lustig gewandert Jung und Alt
zum Zupfianus nach Spalt!)

Alles, was er hier geschrieben
hat der Kunde selbst getrieben
bis nach Friedberg er gekommen
wo man ihn hat hopp genommen
seinen Namen sagt er nicht
hier in diesem Zunftbericht
Er ist seinem Zunft und Stand
nur als Katzenkopf bekannt.

Weißt Du, wievel linke Fleppen
dufte Kunden mit sich schleppen?
Manche sind so fein zinkiert
daß der Schucker nichts dran spürt
wieviel Kunden, wieviel Schicksen
zupfen hier die Opferbüchsen
grad als ob für ihre Kehlen
noch das Geld für Soruff fehle.

Und im wunderschönen Lenz
schwingt der Kunde seinen Stenz
trinkt mit seelenvoller Miene
aus der vollen Karoline
bläst aus seinem Schmochfing Düfte
in die blauen Morgenlüfte
schwingt die Mütze und den Hut:
„Hoch leb´ echtes Kundenblut!“

Text: Soll von einem „verkommenen“ Pfarrerssohn stammen
Musik: Weißt du wieviel Sternlein stehen
Lieder der Landstrasse “ und “ Lieder der Strasse







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