Was schleicht dort im nächtlichen Walde

Edelweisspiraten | | 2005
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Was schleicht dort im nächtlichen Walde
so einsam wildernd umher?
Hält in seiner Rechten,
so krampfhaft und fest sein Gewehr ?


Da tritt aus dem nahen Gebüsche
ein stolzer Hirsch hervor,
er wittert nach allen Seiten
hebt stolz sein Geweih empor.

Halt Schurke die Büchse herunter!
So tönt es von drüben her,
dich Wilddieb, dich such ich schon lange,
von der Stelle kommst du mir nicht mehr.


Der Wilddieb gibt keine Antwort,
er kennt ja die sichere Hand,
ein Knallen und gleich drauf ein Aufschrei
und der Förster lag sterbend im Sand.


Du bist heut im Zweikampf gefallen,
der Wilddieb drauf reumütig spricht,
du hast deine Pflicht treu erfüllet,
doch das was ich tat, weiß ich nicht.


Da drückte der Wilddieb dem Förster,
die gebrochenen Augen zu,
und flüsterte leise die Worte:
Gott schenke dir ewige Ruh.


Er stellt sich im Ort dem Gendarmen,
gepeinigt von Reue und Glut,
Gott schenk meiner Seele Erbarmen,
ich büß für des Försters Tod. (1)


Der abgetippte Text des Liedes (oder „nur“ Gedichtes?) wurde von der Gestapo Köln offenbar bei Friedrich Jung gefunden und in einem Umschlag der Akte beigeheftet. Im Verhör wurde auf das Schriftstück nicht näher eingegangen.

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