Vorm Standgericht Georg Weissel stand (Georg-Weissel-Lied)

Freiheitslieder | 2004
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Vorm Standgericht Georg Weissel stand,
unser Held aus den Februartagen.
Der junge Feuerwehrkommandant,
der für uns sich so kühn geschlagen.
Hat das Feuer so mutvoll für andre bekämpft,
doch in seiner Brust flammt es ungedämpt:
Für das kämpfende Arbeitervolk dieser Welt,
Für die Internationale!

Gelassen sprach er: „Ich habs getan,
den Befehl hab ich selbst gegeben.
Ich flehe niemand um Gnade an,
hab dem Volke geweiht mein Leben.“
Als die Schlinge ihm ward um den Nacken gelegt,
rief er laut, die Faust in die Höh´gereckt:
„Hoch das kämpfende Arbeitervolk dieser Welt.
Hoch die Internationale!“


Genosse Weissel, du wardst gehenkt
von dem Bürgerpack als Verbrecher.
Getrost! Es bleibt ihnen nicht geschenkt
und es rüsten sich schon die Rächer.
Wenn er kommt der Vergeltung geheiligter Tag,
wird dein Geist uns führn beim Entscheidungsschlag:
Für das kämpfende Arbeitervolk dieser Welt,
Für die Internationale!


Hintergrund des Liedes:


Georg Weissel (geb. 28. 3. 1899) gehörte der Akademischen Legion des Republikanischen Schutzbundes in Österreich an und war Wachkommandant der Hauptfeuerwache Floridsdorf. Am Morgen des 13. Februar 1934 bewaffneten sich die Feuerwehrleute, die dem Schutzbund angehörten, unter der Führung Weissels…


Die vierte Kompanie der Alarmabteilung der Bundessicherheitswache trat in der Folge zum Sturm auf die Hauptfeuerwache an. 61 Feuerwehrmänner wurden als Gefangene abgeführt und die Feuerwache durch die Polizei besetzt. Weissel wurde vom Standgericht zum Tode verurteilt und am 15. Februar 1934 im Landesgericht Wien hingerichtet.


Februarkämpfe 1934 Die Gegensätze zwischen Sozialdemokraten und Republikanischem Schutzbund (1933 verboten) einerseits und Christlichsozialen und Heimwehr bzw. der Regierung andererseits (Erste Republik) führten in den Februartagen (12.-15. 2.) 1934 zum Bürgerkrieg. Die Februarkämpfe brachen aus, als sozialdemokratische Schutzbündler unter R. Bernaschek einer Waffensuchaktion der Heimwehr (als Hilfspolizei) im Linzer sozialdemokratischen Parteiheim („Hotel Schiff“) bewaffneten Widerstand leisteten. Vorangegangen waren die wiederholte Aufforderung B. Mussolinis an Bundeskanzler E. Dollfuß, den Marxismus zu bekämpfen, die Absetzung der Leitung der Arbeiterkammer sowie die Verhaftung namhafter Schutzbündler (unter anderem Major A. Eifler und Hauptmann R. Löw).


Dem Kampf in Linz folgten Aufstände in Wien und anderen Industrieorten (Steyr, St. Pölten, Weiz, Eggenberg bei Graz, Kapfenberg, Bruck an der Mur, Wörgl usw.). Zentren des mit Artillerieeinsatz niedergekämpften Widerstands in Wien waren Arbeiterheime und Gemeindebauten (Karl-Marx-Hof, Goethe-, Sandleiten-, Reumannhof und andere), besonders in Floridsdorf (zum Beispiel Schlingerhof). Die unorganisierte Aufstandsbewegung scheiterte hauptsächlich daran, dass der von der Sozialdemokratischen Partei ausgerufene Generalstreik nicht durchgeführt wurde. Die Kämpfe kosteten die Schutzbündler fast 200 Tote und mehr als 300 Verwundete, die Exekutive 128 Tote und 409 Verwundete.


Einige Führer des Aufstands wurden hingerichtet (G. Weissel, K. Wallisch, K. Münichreiter und andere), andere konnten ins Ausland fliehen (J. Deutsch, O. Bauer, R. Bernaschek). Dem Aufstand folgte das Verbot der Sozialdemokratischen Partei, der Gewerkschaften, aller sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen sowie der von den Sozialdemokraten geleiteten Gemeinde- und Landesvertretungen und die Ausrufung der Maiverfassung 1934 bzw. des Ständestaats.


Quellen:


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