Vom weißen Mäuschen (Die Milchweiße Maus)

Gedichte | 2011
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Vom weißen Mäuschen sing ich dir
zum Zeitvertreib ein Märchen für
es ist ganz kurz und klein
und lauschend hört mir in der Ruh
die liebe kleine Gräfin zu
Bsch! Bsch! dann schläft sie ein

Ein Milchweiß Mäuschen war einmal
von einer großen Mäusezahl
die einz´ge ihrer Art
ihr Fellchen war dem Atlas gleich
so glatt, so schimmernd und so weich
sie selbst war klein und zart


Kind sprach die Mutter einst zu ihr
noch kennst du nicht das böse Tier
die Katze, unsern Feind
sie lauern auf uns in der Nacht
dein Fell ist weiß, nimm dich in acht
mein Rat ist gut gemeint


Auch für die Eule hüte dich
dir fehlt Erfahrung, wie man sich
klug der Gefahr entzieht
Das Mäuschen dünkt sich klug und spricht
für mich sorgt, liebe Mutter, nicht
ich weiß schon wie man flieht


Nur ging sie einstens auf den Schmaus
des Abends ohne Mutter aus
und tanzte frisch und keck
doch da sie wieder heimwärts ging
da kam die Eule schnell und fing
mein weißes Mäuschen weg


Ach! rief sie, daß ich mich betört
hätt ich der Mutter Rat verehrt
jetzt litt ich nicht den Tod
Jedoch das weiße Mäuschen schrie
umsonst: die Eule speiste sie
zu ihrem Abendbrot

Text: Friedrich Justin Bertuch (1772)
in Als der Großvater die Großmutter nahm (1885)

1772






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