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CD buch

Vale universitas
Bursa und Taberne!
Blumen dringen durch das Gras
und es lockt die Ferne.
Zwar faßt unser fahrend Gut
leicht ein winzig Tüchlein
doch was schadt´s, was not uns tut
schafft das Zaubersprüchlein:
Sumus de vagantium ordine laudando
petimus viaticum, porro properando!

Abbas illustrissimus
ist in jungen Jahren
auch als vagans clericus
durch das Land gefahren.
D’rum winkt er dem Kellner gleich,
hört er drauß‘ uns pochen,
denkt der Zeiten säldereich,
da er selbst gesprochen:
Sumus de vagantium . . . .


Seh’n wir im Vorübergeh’n
eine Maid im Gärtlein
zwischen Gilg und Rosen steh’n,
klopfen wir an’s Pförtlein.
Neigt sie sich verschämt uns zu,
fragend, was wir ‚gehren:
Einen Kuß, Blauäuglein du!
Einen Kuß in Ehren!
Sumus de vagantium . . . .


Vor dem Pfarrhaus schreckt ein Drach
oft uns arme Pilger:
,,Hebt euch weg, Vagantenpack!
Schnöde Weinvertilger!“
Doch es winkt des Pfarrherren Hand
hinter’m Drachen milde –
das Barett zieh’n wir galant
vor der bösen Hilde:
Sumus de vagantium . . . .



Tat ein Schloß auch nie sich auf
Feinden, die’s berannten,
stürmen wir’s im Siegeslauf,
fröhliche Vaganten.
Eine Tageweise hell
bläst zum Gruß der Türmer;
Herr und Troß ergibt sich schnell,
schallt der Ruf der Stürmer:
Sumus de vagantium . . . .


Und wenn ab das Glück sich kehrt,
uns’re Wangen blassen,
der die jungen Raben nährt,
wird uns nicht verlassen.
Steht sein Bild am Straßenrand,
traut im Tannenreise,
grüßen wir’s mit Mund und Hand,
und dann fleh’n wir leise:
Sumus de vagantium . . . .


Text: Ottokar Kernstock (1848-1928)
Melodie:  Hans Klöpfer (1867-1944)







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