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Ach Andreas heil´ger Schutzpatron schenke mir doch einen Mann sieh herab auf meinen Spott und Hohn sieh mein hohes Alter an krieg ich einen oder keinen? Einen!
Andreas. lieber Schutzpatron Gib mir mal einen Mann Räche doch nur meinen Hohn sieh mein liebes Alter an Soll ich allen Trost verscharren? Harren!
Harren? Ei du scherzt mit mir Meine Schönheit ist dahin Aber was kann ich dafür daß ich nicht nmehr schöne bin? Krieg ich einen oder keinen? Einen!
Einen krieg´ ich? Das ist schön! Wird er auch beständig sein? Wird er auch zu andern gehn? Oder sucht er mir allein und sonst keiner zu gefallen? Allen.
Allen? Ei das wär' nicht gut! Ist er schön und wohlgestalt? Und ein Kerl, der viel vertut? Ist's ein Witwer? Ist er alt? Ist er läulich oder kältlich? Ältlich.
Ältlich? Aber doch galant? Aber sage mir geschwind, wer ihm etwa noch verwandt, und wer seine Freunde sind? Sind es auch wohl meines Gleichen? Leichen.
Leichen? O, so erbt er viel! Hat er auch ein eigen Haus, wenn er mich nun holen will? Und wie sieht es sonsten aus? Ist er auch von hübscher Länge? Enge.
Enge? Nun wer fragt danach? Wenn er nur ein breiters schafft. Doch wie sieht's um´s Schlafgemach? Sind die Betten auch von Taft, da ich drinnen schlafen werde? Erde.
Erde? Das klingt wunderlich, und ein recht nachdenklich Wort! Andres, sag´, ich bitte dich sage mir doch auch den Ort wo du mir ihn aufgehoben? Oben.
Oben hat er seinen Platz? Ach, nun merk' ich meine Not, der so keusch beschrieb´ne Schatz ist wohl endlich gar der Tod? Ist mir gar nichts übrig blieben? Lieben.
Lieben soll ich? Ja, das Grab! Ach, ich komm von aller Kraft niemand pflückt die Rosen ab! O, wo ich mich hin nur wende geht es mit mir gar zum Ende. Ende
Text: Innocent Wilhelm von Beust - 1772 Musik: unbekannt, seit 1808 mit diesem Text in " Volkstümliche Lieder der Deutschen " - 1895
Der Text wurde zuerst in Beusts "Vermischte Gedichte" abgedruckt, Andere Aufl.) Gotha 1772, . S. 25 (Nach dem Bildnis des Buches ist der Verfasser damals "Sachsen-Gothaischer Landkammerrat" auf Reinstett und Mosbach ( Neustadt an der Orla ) Die erste Auflage erschien in Jena 1765, die dritte ebenda 1775 und die 4. ohne Angabe des Druckortes unter dem Titel: "Satyrisch-moralische Gedichte" 1777. Das Lied von der alten Jungfer verbreitete sich sehr und wurde über hundert Jahre lang in verschiedenen Lesarten, nach mehreren Melodie in ganz Deutschland gesungen. Die beigebrachte ist wohl die verbreitetste und die älteste. ( Erk , Volkslieder II , Bd. 4/5 , Nr. 65 und I. 4, 51) Sie erschienen schon mit dem Titel "Bitte einer alten Jungfer für Fortepiano und Guitarre" Altenburg 1808. Nach einem fl. Blatt ohne Beusts Namen wurde der text 1806 im Wunderhorn I. 341 (n. Ausgabe 1845 III. 270) gedruckt, seitdem ohne und mit Melodie vielfach. Goethe gibt dem Liede im Wdh. ein gutes Lob: "Echo, versteckter Totentanz, wirklich zu loben." Das Echo oder der Widerhall war eine beliebte Spielart mancher Dichter besonders im 17. Jahrhundert, auch die Romantiker haben sich manche Echospiele geliefert. (nach Böhme : Volkstümliche Lieder der Deutschen )
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