Sollt ich einem Bauern dienen

Soldatenlieder | | 2016
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Sollt ich einem Bauern dienen
Und mein Brot im Schweiß verdienen
Bruder nein das mag ich nicht
Lieber will ich in dem Felde
Mir verschaffen Brot und Gelder
Einem Bauer dien ich nicht

Sollt ich in den Handwerksstätten
Als Gesell beim Meister fröhnen
Dieses geh ich gar nicht ein
Lieber will bei Feldmarschallen
Und bei tapfern Generalen
Als Soldat im Felde sein
Fröhnen geh ich gar nicht ein

Sollt ich bei dem Schreibpult sitzen
Tinte ohne Furcht verspritzen
Dazu hab ich keine Lust
Lieber will ich Flinten tragen
Mich um Geld und Beute schlagen
Mit erhitzter Kriegerbrust
Schreiben bringt mir keine Lust

Sollt ich bei Minerven sitzen
Ueber trocknen Büchern schwitzen
Nein Minerva gute Nacht
Lieber will ich mit Bellonen
Im Gezelt und Lager wohnen
Wo das Stück im Donner kracht
Nein Minerva gute Nacht

Kann ein Leben auf der Erden
Also schön gefunden werden
Als man in dem Feld genießt
Wo die Freiheit Geld florieret
Mars den eisern Scepter führet
Stets zum Streite ist gerüst´t
Vivat was soldatisch ist

Uns verbrennt kein Hof und Haus
Leben stets im Sauß und Brauß
Gut soldatisch in der Welt
Auf des Regiments Unkosten
Zehren wir ganz unverdrossen
Beim Soldaten hält kein Geld
Ei so geht es in der Welt

Hab ich gleich kein Flaumenbett
Ist doch unser Hausgerät
In dem Schnappsack kurz beisammen
Dieses macht uns schnelle Füße
Unsre Tage honigsüße
Keck auf einen Eichenstamm
Unsre Sach ist kurz beisamm

In der allergrimmsten Hitze
Bieten wir dem Feind die Spitze
Für den König der uns halt
Durch ein unerschrocknes Fechten
Müssen wir den Lorbeer flechten
Den mit unserm Blut gefärbt
jeder tapfre Krieger erbt

Kommt ein ganzer Kugelregen
Mit des Donners wilden Schlägen
Grad auf unsre Haupter los
Müssen wir wie Mauern stehen
Und dem Feind entgegengehen
Mitten in dem härtsten Stoß
Gehn wir auf die Feinde los

In geschloßnen Gliedern stehen
Stürmisch wie die Teufel sehen
Das steht gut Soldaten an
Pauken und Trompeten hören
Frei auf grünen Wiesen gehen
Uns gemein ergötzen kann
Das steht gut Soldaten an

Ei so Brüder laßt uns saufen
Laßt das Rädlein wacker laufen
Marketender schafft herbei
Tambour Pfeifer laßt euch hören
Helfet unsre Freud vermehren
Durch ein fröhlich Juchgeschrei
Marketender schafft herbei

Müssen wir Soldaten sterben
Ei so werden unsre Erben
Schlecht um uns bekümmert sein
Treu dem König treu dem Lande
Und treu dem Soldatenstande
Jeder wackre Krieger spricht
Vivat was soldatisch ist

Fliegendes Blatt Vier neue Lieder gedruckt zu Dresden –
Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Sammlung deutscher Volkslieder (1841)







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