So alleine wandelst du?

Trauerlieder | | 2006
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So alleine wandelst du?
Schon ist Mitternacht vorüber.
Regenwolken ziehn herüber,
Mädchen, Mädchen, geh zur Ruh.

Ruhen kann ich nicht allein.
Mein Geliebter hat versprochen,
Heute bei mir anzupochen,
Ruhen kann ich nicht allein.


Ruhen sollst du nicht allein.
Hat dein Liebster dich belogen,
Nun, so sei er auch betrogen,
Bring mich in dein Kämmerlein.


Bringen will ich dich dahin.
Eng ist’s nur, mißt kaum drei Schritte,
Aber Ruh in seiner Mitte,
Ringsum blüht der Rosmarin. 


Wie das Leichhuhn ängstlich ruft,
Wie die Winde schaurig blasen.
Ist das nicht der Kirchhofrasen?
Ha, ich wittre Gräberduft!


Sieh, hier ist mein Schlafgemach,
Eng und klein und still und düster,
Sieh, da stört uns kein Geflüster,
Und da wohnt kein Weh und Ach.


Weh, dies ist Luisens Grab,
Die ich treulos einst verlassen!
Mädchen, mußt mich nicht umfassen!
Weh, du ziehst mich ja hinab!


Sieh, Luise steht vor dir,
Hast mich ja zur Braut gewählet,
Komm, der Tod hat uns vermählet,
Komm und schlummre nun bei mir.


unbekannt, im 18. Jahrhundert sehr populär







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