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Wolfgang Steinitz geht ins seinem Hauptwerk „Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters“ ausführlich auf den Refrain „Raus ! Raus! Revolution!“ ein, der im verschiedenen Liedern des Vormärz und der 48er-Revolution vorkommt und bis in die Weimarer Republik hinein gesungen wurde. Er führt ihn zurück auf die Deutschen Burschenschaften: „Das „Raus! Raus!“ ist der alte Burschenruf (Bursch ´raus!), der namentlich in Gießen und Jena, den Hauptsitzen der „Schwarzen“, wie die Studenten-Demagogen nach ihren schwarzen altdeutschen Röcken genannt wurden, seit Jahrhunderten in Schwang war. ( Steinitz II , Anmerkung S. 93)

Er findet sich als nachträglich hinzugefügter Refrain z.B. in Verbindung mit dem Lied der Verfolgten  oder aus studentischen Kreisen mit dem „Wenn euch die Leute fragen lebt der Hecker noch“. Dort heisst es dann
Ratschintschin, ratschintschin
Kriwali krawali krum!
Die Revolution! die Revolution!
Blut muß fliessen knüppeldick
Vivat hoch die Republik
Sechsunddreißig Jahre währt die Knechtschaft schon
nieder mit den Hunden von der Reaktion
(Wien 1865 , Anstich- oder Randalierlied der Studenten )
Raus, raus und alle müssen raus

Striola Striola, freie Republik ja ja
Striola Striola, freie Republik
(um 1870 ? Volksliedstudien , 1917)

Rautsch! Rautsch! Rau-tschitschi!
Revolution! Revolution!
Tschiaho! Tschiaho! Revolution!
(in zwei Sozialdemokratischen Liederbüchern , London, 1889 bzw 1892)

Ri-Ra-Revolution!
( Liederbuch für Proletarier , Wien 1921)

Raus, raus, raus, Revolution!
Triala, triala, rote Republik ja ja
triala, triala, freie Republik!
Ven, ven, ven, ven na barikad!
rudou republiku
spejme zbudovat!

(laut Polzeibericht 1881 von Prager Sozialisten in deutsch und Tschechisch gesungen)

Raus Raus Raus
trulala trulala
Freiheit Republik, ja ja
trulala trulala
Freiheit Republik
( Rheinpfalz , 1883)

Tschumtra tschumtra tschumtra dirallala
Hoi hoi hoi dr Jägerle
Jo jojo dr Jägerle
Tschumtra tsohumtra tschumtra dirallala
Hoi hoi hoi dr Jägerle
Schönster aus Berlin
(in einem Heckerlied vor 1920 aus der Schweiz , Werdenberger Stubetilieder )

Weiter erwähnt Steinitz einen Schuhmacher (S.95), der 1914 im Takt zu „Raus, Raus, Raus…“ die Nägel in die Sohle eingeschlagen hat.

Rau Rau Rau Rau
Revolution! Revolution!
Riaho Riaho
Revolution!
(DVA A 19 503 , Lichtensteig , Schweizer Archiv 1625 )

Raus Raus Raus Revolution!
vitrulala vitrulala
Freiheit republik ja ja
vitrulala vitrulala
Freiheit Republik
( aus der Rheinpfalz , vor 1929)

Raus, raus und alle müssen raus
Striola Striola, freie Republik ja ja
Striola Striola, freie Republik
(um 1870)

Die Aufnahme des Heckerliedes „in das Liederrepertoire der Arbeiterbewegung (nach 1918) wurde wesentlich dadurch erleichtert, daß dieses Lied ja mit dem in der Arbeiterbewegung bekannten Lied von den Frankfurter Studenten und mit dem Absalon-Lied starke textliche Gemeinsamkeiten besaß: zwei gleiche Strophen sowie einen ähnlichen, z. T. sogar gleichen Kehrreim, der auch in seiner Melodie teilweise übereinstimmte. Der Kehrreim spielt in solchen, wenigstens zum Teil als Spottlied gedachten Liedern eine große alle am Gesang — oft mehr oder weniger schwach — Teilnehmenden sehr aktivierende und mitreißende Rolle und zeigt die Tendenz, immer stärker anzuwachsen….
Zwischen den Kehrreimen der Lieder bestanden also während der ganzen Geschichte (des Hecklerlieds) immer wieder erneuerte Beziehungen zu den „Frankfurter Studenten“ und zum  „Absalon-Lied“. Noch stärker sind die Gemeinsamkeiten der Melodie des Kehrreims aller drei Lieder.







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