Prolog – den werdenden Müttern

Lieder vom Weben und Spinnen | | 2004
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Den werdenden Müttern sei diese Stunde geweiht,
die von Arbeit gedrückt und entsetzlichem Leid;
Die nie Ruhe finden in endloser Hast
im Schmerze nur tragen der Bürde Last.
Ihnen allen gilt diese ernste Stunde,
die stumm tragen unterm Herzensgrunde
ein neues Leben, ein werdendes Kind
Heilig die werdenden Mütter sind.

Denn auch uns trug eine Mutter am Herzen,
auch uns gebar eine Mutter mit Schmerzen,
auch für uns mußte ein Mutterleben
zwischen Tod und Dasein schweben.
Daß wir uns konnten des Daseins freu’n
setzten unsere Mütter ihr Leben ein.
Oh heiliges Muttermartyrium,
du stilles leidvolles Heldentum,


du banges Harren, du frohes Entzücken
du wilder Aufschrei, du selig Beglücken,
erkennt es ihr Frauen, ihr Männer alle:
Denkt des Kindleins in Bethlehems Stalle;
Jene Mutter wird heilig verehrt,
jede Mutter ist diese Liebe wert.
Jede Mutter ist wie ein Marienbild
streicht sie dem Kindlein die Wangen mild,


jeder Mutter sei unsere Ehrfurcht gegeben,
denn heilig ist das neugeborene Leben,
und heilig das Weib, das gläubig harrt
auf kommenden Lebens Gegenwart.
Ob sie hoffend über den Spinnsaal späht
oder bang harrend am Webstuhl steht.
Laßt Lachen und Witze darüber verstummen
über das Heilige spotten die Krummen.


Die Graden aber raffen sich auf
und heben die Mütter ins Licht hinauf,
und kämpfen, daß den Mütter werde
ein besseres Leben auf dieser Erde.
Das Beste vom Beste den werdenden Müttern,
sie sollen nicht bangen und sorgen und zittern
und rackern. Daß schon das Kind unterm Herzen
der Mutter erschauert vor Qual und Schmerzen.
Das Heiligste ist eine Mutter auf Erden
oh helft, daß die Mütter glücklich werden.

Text: Rudolf Liebig
in: “ Der Textilarbeiter „, Nummer 37, 1926







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