O wunderbares Glück (Soldatenschicksal)

Soldatenlieder | | 1800
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O wunderbares Glück!
Denk doch einmal zurück:
Was hilft mir mein Studieren
viel Schulen absolvieren?
Bin doch ein Sklav, ein Knecht.
O Himmel ist das recht?

Vor diesem konnt‘ ich gehn,
so weit mein Aug‘ mocht‘ sehn;
jetzt hat sich’s ganz verkehret,
die Schildwach mir verwehret
den freien Lauf ins Feld:
O du verkehrteWelt!

Schildwache muss ich stehn,
davon darf ich nicht gehn.
Ja, wenn die Runde käme,
und sie mich nicht vernähme,
so heisst es: „In Arrest
geschossen hart und fest!“

Des Morgens um halb vier,
da kommt der Unteroffizier,
der tut mich kommandieren
vielleicht zum Exerzieren;
hab nicht geschlafen aus,
muss doch zum Bett heraus.

Dann kommt der Herr Sergeant,
befiehlet von der Hand:
„Polieret eure Taschen
und wichset die Gamaschen,
den Pallach blank poliert,
dass man kein‘ Fehler spürt!“

Nun sieht uns der Offizier
und sagt uns mit Manier:
„Wirst du nicht deine Sachen
in Zukunft besser machen,
so wird der Gassenlauf
unfehlbar folgen drauf!“

Nun Brüder, habt Geduld!
Wer weiss, wer hat’s verschuldt,
dass wir so exerzieren,
mit steifen Knien marschieren
in diesem Sklavenhaus!
Ach, wär ich einmal raus!

Text und Musik: aus dem 18. Jahrhundert , nach Daniel Schubart ? – laut Erk-Böhme aus dem Oderbruch –
u.a. in: Zupfgeigenhansl (1908) —

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