Ne Postkart grün wie Gras macht jedem Jäger Spaß

Jägerlieder | | 2008
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Ne Postkart grün wie Gras
macht jedem Jäger Spaß
besonders in der Zeit
wo´s tüchtig friert und schneit
und lädt sie obendrein
zu uns´rer Hofjagd ein
Drum ist die Freud erst groß
und nichts wie los
Der Vater putzt die Flint in Eil
die Kinder rufen Waidmannsheil
Der Hund, der heult und lamentiert
indes die Magd die Stiefel schmiert
Die Mutter für den Rucksack sorgt
sie stopft ihn voll mit Speck und Wurst
und dann zum Schluß, da füllt sie rasch
´ne große Cognac-Flasch

Und mit der Eisenbahn
kommen alle an
bewaffnet bis an die Zähn´
als sollt´s zum Nordpol gehn
Und was für schöne Hüt´
man da mitunter sieht
und was für Federn druf
´s hört alles uf!
Und Hunde kommen jetzt zur Stell´
mit rauhem und mit glattem Fell´
Deutsch-Kurzhaar mit ´ner Fahnenruth
vom kalten Schlag mit Pointer Blut
coupiert, dressiert und abgeführt
im Stammbuch immatrikuliert
stehn Maus und Hamster bombenfest
und jeder ist der best´


Ist man an Ort und Stell´
dann heißt es „Jetzt aber schnell!“
Und alles unverweilt
ins nächste Wirtshaus eilt
Bratwurst und Kotelett
vertilgt man um die Wett´,
Die Rumsteaks, ach herrjeh
sind mehrstens zäh!
Und mancher Schoppen wird gepetzt
die Pfeife dann in Brand gesetzt.
Lateinert wird in aller Früh
und aufgeschnitten wie noch nie.
Und nach dem Fenster wird geguckt
geschnappt und in die Stub gespuckt!! -—
Auf einmal, horch des Hifthorns Stoß
Meine Herren — jetzt geht´s los


Nun geht´s hinaus ins Feld,
Der Trieb wird abgestellt
Und bald beginnt die Schlacht,
Wo´s ringsum blitzt und kracht
Es fallen ohne Stuß
317 Schuß
Und was Herr Kamerad
war´s Resultat?
Der Doktor schoß seinen Nachbarn an
er hat´s, weiß Gott, nicht gern getan
Ein Treiber hat die Hos´ voll Schrot
zwei Hund sind lahm und einer tot
Viel Hasen humpeln krank und krumm
dort in der Nachbarjagd herum.
Und auf der Streck´, oh, welch ein Glück,
Da liegen 17 Stück


Beim nächsten Trieb im Wald
Da wird erst recht geknallt
Rehböcke, Fuchs, Fasan
Die müssen auch jetzt dran
Herr Bankier Meyer Sohn
beschoß zwei Dutzend schon
und der Herr Landrichter
noch dreimal mehr.
Geflügelt und mit lahmen Lauf
flitzt links und rechts das Wild. zu Hauf
Der Fuchs entrinnt trotz 20 Schuß
das Kitz sein Leben lassen muß
und wenn auch einer wütend brüllt:
„Ist das des Jägers Ehren-Schild“
Dann knallt´s doch weiter, piff, paff, puff
Heut‘ heißt es, nix wie druff


Ist dann die Jagd zu End´
wird nicht gleich heimgerennt
Oh nein, man strebt mit Macht
zur Abendschüssel-Jagd
Die ist bei meiner Ehr
entschieden wichtiger
als mancher kluge Mann
sich denken kann
Herrgott, wie schmeckt uns das so gut
wie schwillt die Brust mit neuem Mut
und wie das Hoch vom‘ Himmel dringt
das man jetzt den Beständern bringt
und manches schöne Liedchen steigt
und Streit und Neid und Hader schweigt
und manche Schütze macht zum Schluß
noch´n gehörigen Schuß


Fürwahr, wer solche Jagd
noch nie hat mitgemacht
was er auch. sonst erstrebt
er hat umsonst gelebt
und wer mir sagt das Wort
von all dem edlen Sport
wo nicht das Waidwerk Trumpf
der ist ein Lump.
Und vollgeschenkt bis an den Rand
Und ausgeleert bis auf den Grund
Es lebe Jagd, das Wild, der Hund
Es lebe, was des Jägers Brust
Erfüllt mit wahler Götterlust,
Dem alle bringen wir jetzt froh
Ein donnernd Horridoh!

in: Deutsches Jägerliederbuch (1951)






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