Nach Germanien, nach Germanien

Wanderlieder | | 2007
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Nach Germanien, nach Germanien
Muß ich zieh´n auf ehr´nen Bahnien
Wo man noch den Nächsten liebt
Nach dem Land, wo´s volle Börsen
Höflichkeit im Stile „Versen“
Bodelschwinghs und Sternbergs gibt.

Für das Vaterland focht siebzig
Ich, doch die Begeisterung gibt sich
Jetzo fechte ich für mich
So daß selbst im Konsulate
Man dies anerkennen tate
Selbst der Herr von Stamerich


Einstens wallte’s Blut mir südlich
Und ich dalfte ganz gemütlich
in Jedi-Kule für mich;
Als mir etwas da nicht paßte
Und ein Schucker mich erfaßte
Sprach der Herr von Stamerich:


„Fort mit diesem Sonnenbruder
Dies pyramidale Luder
Fechtet wirklich ganz gemein;
Gletscherhaftes Biest, auf Taille,
Erzplebejer, Fechtkanaille –
Äh – nach Deutschland mit dem Schwein.“


Eins nur macht mir stilles Grauen:
Deutschland ist nicht recht zu trauen
Weil dort’s Fechten nicht erlaubt;
Und sofort droht dort mir’s Kittchen
Faßt mich dalfend beim Schlafittchen
Klempners Karl bepickelhaupt.


Nun ade ihr duften Brüder
Lange seh’n wir uns nicht wieder,
doch in Jahresfrist, hurrah!
Zittert dann vor mir, ihr Winden
Wenn der „Servet“ wird verkünden:
Pulvermacher wieder da!


Text: Pulvermacher, ein „Orientkunde“ um 1900
Lieder aus dem Rinnstein


Anmerkungen:
v. Versen, deutscher Vizekonsul, wegen seiner Grobheit berühmt
Stamerich : deutscher Generalkonsul in Konstantmopel
Jedi-Kuhle: der Zustand, den Pulvermacher nach dem Genuß von 10 bis 12 Schnäpsen erreichte
Servet: Vorort von Konstantinopel (Sieben Türen)

Pulvermacher ist einer der berühmtesten Orientkunden und fechtet seit Jahren beständig in Konstantinopel, wo er als Original bekannt ist, sogar als Bühnenfigur wurde er schon benutzt. Wegen verschiedener Delikte im Jahre 1901 nach Deutschland geschubbt, schrieb er vorher (dies) Aschiedslied- im Untersuchungskittchen des deutschen Konsulats.« (Hans Ostwald, 1904)


 



 







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