Mit Hörnerschall und Lustgesang (Die Feldjäger)

Soldatenlieder | | 1794
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Mit Hörnerschall und Lustgesang
Als ging es froh zur Jagd
So ziehn wir Jäger wohlgemut
wenn´s not dem Vaterlande tut
hinaus in´s Feld der Schlacht

Gewöhnt sind wir von Jugend auf
an Feld- und Waldbeschwer.
Wir klimmen Berg und Fels empor
Und waten tief durch Sumpf und Moor,
Durch Schilf und Dorn einher.

Nicht Sturm und Regen achten wir
Nicht Hagel, Reif und Schnee.
In Hitz´und Frost, bei Tag und Nacht
Sind wir bereit zu Marsch und Wacht
Als gält´ es Hirsch und Reh.

Wir brauchen nicht zu unserm Mahl
Erst Pfanne, Topf und Rost.
Im Hungersfall ein Bissen Brot
Ein Labeschluck in Durstesnot
Genügen uns zur Kost.

Wo wackre Jäger Helfer sind,
Da ist es wohlbestellt.
Denn Kunst erhöht uns Kraft und Mut
Wir zielen scharf, wir treffen gut
Und was wir treffen, fällt

Und färbet gleich auch unser Blut
Das Feld des Krieges rot
So wandelt Furcht uns doch nicht an
Denn nimmer scheut ein braver Mann
Für´s Vaterland den Tod

Erliegt doch rechts, erliegt doch links
So mancher tapfre Held
Die Guten wandeln Hand in Hand
Frohlockend in ein Lebensland
Wo Niemand weiter fällt.

Doch trifft denn stets des Feindes Blei?
Verletzt denn stets sein Schwert?
Ha! Öfter führt das Waffenglück
Uns aus dem Mordgefecht zurück
Gesund und unversehrt.

Dann feiern wir ein Heldenfest
Bei Bischof, Punsch und Wein.
Zu Freudentänzen laden wir
Um´s aufgepflanzte Siegspanier
Die schönsten Schönen ein.

Und jeder Jäger preist den Tag,
Als er in´s Schlachtfeld zog
Bei Hörnerschall und Becherklang
Ertönet laut der Chorgesang:
„Wer brav ist, lebe hoch!“

Text: Gottfried August Bürger – 1794
Musik: Preußische Soldatenmelodie – auch von W. Werner (1821, nach „La chasse de Dussek“)
in “ Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895) — Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1914) —

Zuerst gedruckt im Göttinger Musenalmanach 1795 , S.6 – Es gibt dazu eine Melodie von W. Werner (1821) , nach la chasse de Dussek , eine echte Waldhorn-Weise aus Naturtönen aufgebaut. – Böhme (1895) nennt die Melodie aus dem Preussischen Soldaten-Liederbuch (1881) mehr verbreitet, und schreibt weiter: „Gewöhnlich wurde bloß Strophe 1-6 gesungen. In der Schweiz als „Scharfschützenlied“ noch heute zuweilen mit einer Melodie von Hetsch gesungen.“

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