Mit Gott so wollend wir loben und ehrn (um 1550)

Brauchtum | Drei-Könige-Lieder | | 1550
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Mit Gott so wollend wir loben und ehrn
die heilgen drei König mit ihrem Stern

Sie ritten daher in schneller Eil
in dreißig Tagen vierhundert Meil

Sie kamen in Herodis Land
Herodes was ihn unbekannt

Sie zogen für Herodis Haus
Herodes sahe zum Fenster raus

Ihr meine lieben Herren wo wollt ihr hin?
Gen Bethlehem steht unser Sinn

Da ist geborn ohn alles Leid
ein Kindlein von einer reinen Maid

Herodes sprach aus großem Tratz
Ei warum ist der hinter so schwarz

O lieber Herr er ist uns wohl bekannt
er ist ein König im Mohrenland

Und wollend ihr uns recht erkennen
wir dürfend uns gar wohl nennen

Wir sein die König vom finstern Stern
und brächtend dem Kindlein Opfer gern

Myrrhen und Weihrauch und rotes Gold
wir seind dem Kindlein ins Herz nein hold

Herodes sprach aus Übermut
Bleibend hienacht bei mir und nehmend für gut

Ich will euch geben Heu und Streu
ich will euch halten Zehrung frei

Die heilgen drei König täten sich bsinnen
Fürwahr wir wollend jetzt von hinnen

Herodes sprach aus trutzigem Sinn
Wollt ihr nicht bleiben so fahrend hin

Sie zogend über den Berg hinaus
sie fundend den Stern stehn ob dem Haus

Sie traten in das Haus hinein
sie fundend Jesum in dem Krippelein

Sie gabend ihm ein reichen Sold
Myrrhen und Weihrauch und rotes Gold

Joseph bei dem Krippelein saß
bis daß er schier erfroren was

Joseph nahm ein Pfännelein
und macht dem Kinde ein Müselein

Joseph der zoge seine Höselein aus
und machet dem Kindlein zwei Windelein draus

Joseph lieber Joseph mein
hilf mir wiegen mein Kindelein

Es warend da zwei unvernünftige Tier
sie fielend nieder auf ihre Knie

Das Oechslein und das Eselein
die kanntend Gott den Herren rein

Amen

Danksagung nach empfangener Gab oder Schankung

Man hat uns ehrentlichen geben
der liebe Gott laß euch mit Freuden leben

Wir standen auf ein Gilgenreis
Gott geb euch Allen das Himmelreich

Wir standen auf eim Gilgenblatt
Gott geb euch Allen ein seligen Nacht

Amen

Diese Fassung auf einem Fliegenden Blatt : „Ein schönes Lied auff der heyligen drey König tag zusingen , Mit einem Holzschnitt – Wahrscheinlich um die Mitte des 16. Jahrhunderts gedruckt. Dasselbe Lied nach einem etwas späteren Druck des Friedrich Gutknecht in Nürnberg s, in B. J. Docen : Miscellancen zur Geschichte der teutschen Literatur I Bd , 2. Ausgabe, München 1809 , S. 276 — abgedruckt in Deutscher Liederhort (1856)

Zum Textverständnis: 3:  Was, war —  7: Tratz mhd. traz.  Neckerei, Ärgernis —  12: hienacht mhd. hinaht. (hi, naht)   diese Nacht —  26:  Gilgenreis,  Lilienreis mhd. gilege, Lilie — 27: Nacht auch im mhd naht.

1550

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