Mit de lustigen Liadln da fang ma iatzt o (Gstanzln)

Gstanzln | | 1913
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Mit de lustigen Liadln
da fang ma iatzt o
a jeder derf singa
der oans singa ko

Wenn mei Vater a Kini war
der Kaiser mei Göd´
na war i der Fretta
der i jetza bin, net

Bald raucht man Zigarren
bald schnupft ma Tabak
san d´Röck all´samt z´riss´n
dann nimmt ma an Frack

Wen d´Musi und´s Singa
und´s Schieß´n nöt freut
der ghört in dö Klaß
von dö abg´schmackte keut

Wenn einer an Ochsen stiehlt
so is doch ganz klar
daß der ,der g´stohln hat
koa Taschendieb war

Der Sepp hat sein Köpferl
in d´Puffer neibracht
die Puffer hat´s umbog´n
der Sepperl hat g´lacht

A Knödl hat koa Boa
und a Frosch hat koa Haar
und a Ochs kann net lacha
dös is doch gwiß wahr

Und a Floh und a Flieg´n
san net leicht zum kriagn
und a Fliegn und a Floh
zum Kriegn sans halt do

Ich bin dersell Seppl
mi kennt die ganz Welt
hab d Hof voll Taschen
und nirgends koa Geld

Die Elektrizität
will jetzt Dampfkraft vertreibn
hab nix dagegen
wenn nur Dampfnudeln bleibn

Ja wenn´s beim Tag finster war
bei der Nacht Licht
na brennat beim Tag d´Latern
bei der Nacht nicht

Bei unserm Wirt warn zwei
Chinesen beim Bier
soviel als i woaß
san die gar net von hier

Die Schwenninger Kur
die hilft Frauen und Herrn
man braucht bloß drei Monat
lang Briefträger wer´n

I weiß net, i hab
mit der Arbat koa Freud
denn grad mit der Arbat
versäumt ma die Zeit

I hab halt scho oft g´fragt
und koa Mensch kann mir´s sag´n
warum die Kaminkehrer
Zylinderhüt trag´n

Gar sonderbar is wenn
man d´Weintraubn betracht
aus die grasgreana Ding
rote Nas´n wer´n g´macht

Es is scho sei Lebtag
so dumm auf der Welt
dieselb´n, die stoareich san
die ham´s mehra Geld

San unser drei Brüder
und i bin der Kleenst
san alle drei sauber
aber i bin der Schönst

A Schwalbn macht koan Summa
a Tropfa koan Regn
aber oa Narr macht zehni
´s is gar oft scho g´scheg´n

Überall bei die Volksfest
gibt´s Ochsen grad gnua
und die oan, die wer´n braten
die andern schaug´n zua

Nach Ostern kimmt Pfingsten
und Weihnachten a
und dazwischen is Kirta
juheirassassa

Im Winter gibt´s Schneeball´n
im Sommer gibt´s Birn
und die allerschönste Arbat
is´s Privatisier´n

Jetzt nennt sie all´s Kaufmann
wenn oaner akrat
nur zwoa Kistln Zigarren
und oan Zuckerhut hat

Tät jeder sich kümmern
und das was ihn trifft
gäb´s weniger Kummer
und Hader und Gift

A Birn ist kein Apfel
a AApfel kein Birn
wo´s Maul geht spazieren
ist im Kopf net viel Hirn

Den Leuten, die batschen
sag ihnen als Gruaß
sich soll´n z´erst waschen
sind selber voll Ruaß

Wer net hat viel Kenntnis
und schwätzt doch so viel
der kommt mir grad vor
wie a Pfann ohne Stiel

Es regnet ohn Ende
´s geht all´s aus´m Leim
i glaub unser Herrgott
der ist net daheim

Dem Verein g´wiß treu bleib
Treu hab im Sinn
und moan´s a so redli
wo immer i bin

Mit die Liad´ln ist jetzt aus
denn jetzt is wohl gnua
wer jetzt no net gnua hat
mach selber oans dazua

Text: anonym aus Bayern – Sammlung von Gstanzln –
Es handelt sich um eine Gstanzl-Sammlung aus einem Liederbuch für katholische Jungmänner und Gesellenvereine , daher sind die die Verse sehr handzahm und eher banal. Weitere Gstanzln
Musik: auf eine Melodie von Otto Gauß ()
in Gesellenfreud (1913)

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