Kaum kräht der Hahn das erste Mal (Französisches Arbeiterlied)

Freiheitslieder | | 2008
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Kaum kräht der Hahn das erste Mal
so brennt schon unsere Lampe wieder
und neu beginnt die alte Qual
und dröhnend fällt der Hammer nieder
für ewig ungewissen Lohn
müh´n wir uns rastlos ab auf Erden
die Not vielleicht kommt morgen schon
wie soll es erst im Alter werden?
Liebt Euch einander treu und heiß
und lasset – ob die Schwerter blinken
ob uns des Friedens Palmen winken
im Kreis, im Kreis
uns auf die Welterlösung trinken

Mit hartem Grund und falscher Flut
ist unser Los ein ew´ges Ringen
und was darin an Schätzen ruht
wir sind es, die´s zu Tage bringen
Wir schaffen Erz und Diamant
wir säen für jene, die genießen
wir armen Lämmer, welch Gewand
schafft sich die Welt aus unsern Vliesen
Liebt Euch einander treu und heiß
und lasset – ob die Schwerter blinken
ob uns des Friedens Palmen winken
im Kreis, im Kreis
uns auf die Welterlösung trinken


Kommt uns das harte Werk zu gut
dem uns´re Hände rastos dienen
Wohin geht uns´res Schweißes Flut
Wir sind nichts and´res als Maschinen
Wir bau´n den Reichen ihre Stadt
die Pracht auf diesem Wandelsterne
wenn sie den Honig fertig hat
jagt man die Biene in die Ferne
Liebt Euch einander treu und heiß
und lasset – ob die Schwerter blinken
ob uns des Friedens Palmen winken
im Kreis, im Kreis
uns auf die Welterlösung trinken


Es trinkt das fremde, blasse Kind
die reine Milch von unsern Frauen
und wenn sie groß geworden sind
sind sie zu stolz, uns anzuschauen
Das Herrenrecht der alten Welt
erschreckt nicht mehr des Dorfes Bräute
Alllein dem Gold des Mäklers fällt
noch jeder Hütte Kind zur Beute
Liebt Euch einander treu und heiß
und lasset – ob die Schwerter blinken
ob uns des Friedens Palmen winken
im Kreis, im Kreis
uns auf die Welterlösung trinken

Wir müssen frierend unterm Dach
wo Käuzchen wimmern, Diebe kauern
im engen, finsteren Gemach
des Lebens lange Nacht vertrauern
Und doch ist heiß auch unser Blut
uns labte eben wie die Reichen
der Sonne segensreiche Glut
die kühlen Schatten unter Eichen
Liebt Euch einander treu und heiß
und lasset – ob die Schwerter blinken
ob uns des Friedens Palmen winken
im Kreis, im Kreis
uns auf die Welterlösung trinken


So oft in schnöder Raserei
wir blutig noch das Feld gedünget
hat sich die alte Tyrannei
durch unsern Opfertod verjünget
Spart Euer Blut, spart Euere Kraft
die Liebe muß das höchste bringen
Der Hauch, der neue Welten schafft
wird bald die ganze Welt durchdringen
Liebt euch einander treu und heiß
und lasset – ob uns Schwerter blinken
ob uns des Friedens Palmen winken
im Kreis, im Kreis
uns auf die Welterlösung trinken


Aus dem Französischen des Pierre Dupont –
deutscher Text: A. Meißner –
in Max Kegel : Sozialdemokratisches Liederbuch von 1896 , Seite 50







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