Jüngling wenn ich dich von fern erblicke

Liebeslieder | 2012
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Jüngling, wenn ich dich von fern erblicke,
Wird vor Sehnsucht mir das Auge nass:
Nahst du dich, so hält es mich zurücke
Wie mit Fesseln – und ich weiss nicht, was?

Fern von dir hab ich so viel zu klagen
Und dir gegenüber sitz ich stumm,
Kann dir nicht ein Sterbens-Wörtchen sagen,
Stammle nur, – und weiss doch nicht, Warum?


Stundenlang häng ich an deinem Blicke:
Aber trifft der deinige mich so
0 dann fährt der meine schnell zurücke,
Will sich bergen, – ach! und weiss nicht, Wo?


Seh ich dich mit andern Mädchen spassen;
O, dann möcht ich vor mir selber fliehn
möchte weit, um alles zu verlassen,
mich entfernen und weiss nicht, Wohin?


Einsam lass ich, statt mich zu zerstreuen,
Meinen Thränen ungestörten Lauf,
Wiege mich in süssen Träumereyen,
Freue mich, – und weiss doch nicht, Worauf?


Denke mir das höchste Glück auf Erden,
Das ein Mädchen sich nur wünschen kann,
Hoffe, dass sie einmal kommen werden
Diese Freuden, – ach, und weiss nicht, Wann?


Denke von zwo gleichgesinnten Seelen
Mir die schönste, reinste Harmonie,
Möchte dich vor allen andern wählen,
mir zum Gatten – ach, und weiss nicht, Wie?


Und so lässt bei meinen regen Trieben
weder Wie noch Wo  noch Wann sich sehn
doch erlaubt man mir dereinst zu lieben
und zu wählen, oh , dann weiß ich , wen

Text: Gabriele von Baumberg () „Nach dem Französischen“ 1789– Gabriele von Bathsanyi (auch Becsanyi ), geborene von Baumberg, lebte in Wien. Dort 1775 geboren, gest. 24. Juli 1839 zu Linz .
zuerst im Wiener Musenalmanach für 1789 , herausgegeben von J. F. Ratschky und A. Blumauer .
Musik: Himmel „In Himmels Komposition fand das Lied selbst Goethes Beifall . Es ist ein Scherz, den man in einer Gesellschaft wohl einmal hören mag, schreibt er an Rochlitz am 20. März 1801 
u.a. in: Als der Großvater die Großmutter nahm (1885)







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