Mp3, CDs und Bücher dazu: :
CD buch

Juchheißa nach Amerika
dir Deutschland gute Nacht
Ihr Hessen präsentiert´s Gewehr
der Landgraf kommt zur Wacht

Ade Herr Landgraf Friedrich
du zahlst uns Schnaps und Bier
schießt Arme Mann und Bein uns ab
so zahlt sie England dir

Ihr lausigen Rebellen ihr
Gebt vor uns Hessen acht
Juchheißa nach Amerika!
Dir Deutschland gute Nacht

Text: anoym – Volkslied
Musik: nicht überliefert
siehe auch das ähnliche Und alle Tag die selbe Plag

u.a. in: Erk / Böhme II — Das kleine dicke Liederbuch () —

unter dem Titel: „Verkauf hessischer Landeskinder nach Amerika“ bei Erk / Böhme II, S. 144: Dort wird angemerkt: „Ein schön und wahrhaftiges Soldatenlied, so Anno 1775 am 19. Oktober zu Kassel auf der Parade von den abziehenden Militärs mit admiraber bonne humeur vor Ihrer Durchlaucht gesungen ward. Der Galgenhumor in diesen Versen ist den damaligen Zeitgenossen wahrscheinlich nicht zum Bewußtsein gelangt“ –  Friedrich Schiller beschreibt die Szene in seinem Stück „Kabale und Liebe„:

Es traten wohl so etlich vorlaute Bursch´ vor die Front heraus und fragten den Obersten,wie teuer der Fürst das Joch Menschen verkaufe? – aber unser gnädigster Landesherr ließ alle Regimenter auf dem Paradeplatz aufmarschieren und die Maulaffen niederschießen. Wir hörten die Büchsen knallen, sahen ihr Gehirn auf das Pflaster spritzen,und die ganze Armee schrie: Juchhe nach Amerika! […] Ja.gnädige Frau – warum mußtet Ihr denn mit unserem Herrn gerad auf die Bärenhatz reiten,als man den Lärm zum Aufbruch schlug?- Die Herrlichkeit hättet ihr doch nicht versäumen sollen, wie uns die gellenden Trommeln verkündigten, es ist Zeit ,und heulende Waisen dort einen lebendigen Vater verfolgten und hier eine wütende Mutter lief , ihr saugendes Kind an Bajonetten zu spießen,und wie man Bräutigam und Braut mit Säbelhieben auseinanderriß ,und wir Graubärte verzweiflungsvoll dastanden,und den Burschen auch zuletzt die Krücken noch nachwarfen in die Neue Welt – Oh,und mitunter das polternde Wirbelschlagen ,damit der Allwissende uns nicht sollte beten hören –

Hintergrund des Liedes: Die deutschen Fürsten verkauften ihre zwangsrekrutierten Soldaten auch an andere Mächte, vor allem an England, das diese zur Verteidigung seiner Kolonien in Nordarmerika einsetzte. Mit Hessen waren diese „Handelsbeziehungen“ besonders intensiv, der Landgraf Friedrich verkufte von 1775-1783 19.5000 Soldaten an England. Das war für ihn sehr ertragreich, denn er verdiente daran doppelt: Zunächst erhielt er pro Mann eine gewisse Grundsumme, im Fall von verletzung oder Tod des Soldaten noch einen Zuschlag. ( Hessische Söldner )

Region: , ,






Kinderspiele | Fussball-Lieder | Balladen | Kinderlieder | Liebeslieder | Weihnachtslieder