Ist es nicht ein Elend Leben um den armen Bauernstand

Bauernlieder | | 1700
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Ist es nicht ein elendes Leben
um den armen Bauernstand?
Muß nur Steuer und Auflage geben
hat ers nicht, heißts: aus dem Land
Ich kanns wahrhaftig nicht angeben
wieviel ich schon Geld ´nein getragen;
alle Monat, wenns tut reichen
muß ich d´ Hand´ in Beutel stecken
Ja(?), mein Pfleger (Verwalter) ist dann froh
sagt dann: Komm bald öfter so.

Die Steuer und Auflag‘ geb ich gern
wenns dann nur damit ausgerichtet wär
Aber gibts mal nichts zu steuern
führt der Teufel die Soldaten her
Da gehts an ein Tribulieren (Quälen)
Saufen, Fressen und Turnieren,
da muß er das Best‘ einkaufen
Tag und Nacht im Feld herumlaufen
reißt die Hosen, Strumpf und Schuh
kriegt noch tüchtig Schläg‘ dazu.

Wenn ichs nur könnt‘ inne werden
wer das Kriegen hat erdacht
Ich wünscht‘ ihm von Herzen gerne
daß er heut‘ noch würd‘ gehängt.
Was ist für ein‘ Freud‘ beim Kriegen
Saufen, fressen und turnieren
streiten, rauben, die Leut‘ ausplündern
schänden, brennen, die Leute stören?
Soll das etwas Christiichs sein?
Tu (Scheiß) in‘ Krieg hinein und ’nein.

Wenn der Frieden nicht bald will kommen,
hab‘ ich schon fest bei mir bestellt
hab‘ mir auch schon recht vorgenommen,
wenn es gleich mei’m Weib nicht gefällt
Eh‘ ich soll so elend leben
will ichs Haushalten ganz aufgeben
und gleich mit ins Feld marschieren
Kann ich doch nicht viel verlieren;
wenn ich schon im Feld umkomm
kümmre mich nicht ein Drecklein drum.

Übertragung ins Hochdeutsche eines Textes  von „Ende des 17. Jhs., Klage eines schwäbischen Bauern“ (J. Bolte)
Alemannia 16, 1888, S. 33 – Staatsbibl. Berlin, Mscr. Genn. Oct. 230 p. 119—126.
nach Steinitz I S. 61f

Originaltext:

Ist es nit ai Elendt lieba
vmb den arma Baurastand?
mueß nu stuir vnd alag gieba
haut oihrs nit, hoists ausam land
J: kas wierle nit versaga
wie vil J: schau gielt nai traga
alle maunath, wens thuet klecka
mues J: dhändt in beitel steckha
mui mei Pfleger (Verwalter) ist den fro
said den: komm bald mier a so!

Dstuir vnd alag gib J: giera
wens den nu mit aus kricht wier;
aber ist ja gar kui stiera
fuehrt der zauch dsoldada hier
da gauts a a tribuliera
sauffa, friessa vnd duruiera
do mues oihr das best eikauffa
tag vnd nacht in feld vmblauffa
reist oihr dhosa, strimpf vnd schue
:vnd kriegt no braff stiess darzue

Wen iß nu kent inna wiera
wer des kriega haut verdenckht
J: wünscht ihm vo hierza giera
das er no wurd heud aufghenckht
was ist für a freud beym kriega
sauffa, friessa vnd thurniera
strausa, rauba, dieith ausblindra
Schandia swandia, dieid verhindra?
Soll des eppas Christlich sey?
thue (scheiss) in krieg fey nei vnd nei.

Wenn der fried nit bald will komma
hau i schoi fest bey mir bstelt
hau mir au schau recht fürgnomma
wen es glei meim Weib nit gefeit
eh J: soll so elend lieba
will J: s hausa gar auffgieba
vnd glei mit ins feld marschiera
kan J: do nit vil verliera
Wen J: schau im Feld vmkom
kai mi nit a träckhii drumb







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