In Polen brummt ein wilder Bär

Gedichte | | 1800
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In Polen brummt ein wilder Bär:
„ Ihr Bienen, gebt mir den Honig her!
Ich bin so groß, und Ihr seid klein,
Ihr sollt mir wahrhaftig nicht hinderlich sein!“

Und eh` die Bienlein sich versahn,
So klettert er den Baum hinan.
Er klammert sich fest und brummt und brummt,
Das Bienlein summt, das Bienlein summt.

„Ihr Bienlein, gebt mir den Honig her!“
„Es wird nicht´s, Herr Bär, es wird nicht´s, Herr Bär!“
Der Bär steckt schon die Nase hinein:
„Weg da, Ihr Bienen; der Honig ist mein!“

Die Bienen stechen frisch darauf los:
„Sind wir gleich klein, und du bist groß,
Doch soll´s Deiner Nase gar schlimm ergehn,
Läßt Du nicht gleich den Bienenstock stehn!“

Der Bär wird bös, es hilft alles nicht.
Er knurrt und brummt; das Bienlein sticht.
Wie juckt´s ihn auf Zunge, auf Nase und Ohr!
Er muß entlaufen, der arme Tor.

Die Bienlein jubelten: summ, summ, summ!
Der Bär, der knurrt: brumm, brumm, brumm!
Und als er floh, rief´s Bienchen ihm zu:
„ Soll´s dich nicht jucken, laß andere in Ruh!“

Text:  Gustav Dinter (1760-1831) "In dem Buche „ Malwine, ein Buch für gebildete Mütter“ kommt das Gedicht vor „ Der Bär und die Bienen“. Dinter hatte dieses, wie auch andere Gedichte zur Belustigung seines Sohnes geschrieben. Es ist in Ostpreußen überall, wo Kinder sind, sehr bekannt, ohne daß man oft weiß, daß es Dinter zum Verfasser hat. " (aus: Dinter-Biografie von Laura Frost aus dem Jahre 1907, in der Reihe „Ostpreußische Volksbücher – Ostpreußische Leute.“) - in Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) Mehr über Gustav Dinter






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