In Hanau vivat die Bürger sprachen

Freiheitslieder | 2010
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In Hanau — vivat! — die Bürger sprachen
Laßt uns Gut und Blut dran wagen
Daß im Land die Freiheit ist!
Will der Kurfürst nicht gewähren
mag er sich zum Teufel scheren
noch zwei Tage gebt ihm Frist!

Kurfürst Wilhelm von Gottes Gnaden
Schickt Kanonen und Soldaten
Wohl gen Hanau an die Kinz
Als man dies im Land vernommen
sind zu Hilf die Brüder kommen
Weit und breit aus der Provinz

Text und Musik: anonym – aus einem handschriftl. Liederbuch von 1857 aus Oppau (Rheinpfalz ,  Heeger, Gschichtliche Lieder , S. 111)


Zum Historischen: In dem durch seine Maitressenwirtschaft und Willkürherrschaft berüchtigten Kurhessen bildete das in der Nahe von Frankfurt gelegene Hanau ein Zentrum der demokratischen Bewegung. Schon am 29. Februar 1848 hatten sich Hanauer Bürger an den Kurfürsten gewandt. Als er am 5. März mit der Entsendung von Truppen (Kanonen und Soldaten) antwortete, bezogen die Hanauer Bürgerwehr und die Turnerschaft die Wachen der Stadt; das in Garnison liegende Militär sympathisierte mit der Bürgerschaft. Aus Frankfurt und der weiteren Umgebung kam Unterstützung. Die Hanauer Bürger stellten dem Kurfürsten ein Ultimatum und zwangen ihn, mit Hilfe der Kasseler Bevölkerung, zur Annahme ihrer Forderungen (H. Blum , 1848, S. 130f. – nach Steinitz II ,1962)







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