Ick wet mi ein stolte weverin

Mundart, Niederdeutsch und Dialekte | | 2006
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Ick wet mi ein stolte weverin
se wolde vel lever ein möllerin sin
darnedden in gröner ouwe
it were vel beter se bleve tor heim
unde hülp dat garn upbuwen, ja buwen

Unde do dat garn upgebuwet
was de möller an der laden stunt
he dede sinem fröuwiin winken:
,hirin, hirin, min fröuwelin
help mi den win utdrinken!‘

Unde do de win utgedrunken
was do quam ein bur unde bracht ein sack
dat körn was wol gemeten;
de möller dacht in sinem mot:
hedde ick des korns dre matten!

He gaff dat up, he moldt em äff
he dede ein weinich in den sack
de sack dede sick negen;
de möller dacht in sinem mot:
hedde en de bur tor heime!

De bur wol to der mölen quam:
,ach möller, wo is min sack so wan?
du heffst mi half gestalen
du luchst, du luchst, du leidige bur!
ick hebbet so klein gemalen

De bur aver den hoff inret
sin husfrouw em entjegen schret:
der klien heffstu vorgeten
ach nein, min leve husfrouw min!
des möllers schwine hebben se getreten

De möllers hebben de besten schwin
so in dem lande mögen sin
gemostet ut der bureu secken
darümm mot mancher armer man
sin gesinde desto fröer upwecken

Unde wenn de bur denn frö upsteit
unde hen to siuem acker geit
den acker wol to buwen:
so licht de vule möller unde schlöpt
bi siner schönen frouwen

Unde wenn he denn nu frö udsteit
all in der mölen herümme geit
unde schleit up siner luten:
unde welker sack nicht danzen wil
dem schert he eine gude kartuten.

De möller hefft einen roden hart
darto is he van böser art
dat mach wol got erbarmen;
wenn em de hende fresen do
in den secken deit he se warmen

De möller in der neddem mölen
de hefft gestalen unde steif nicht mer
des mot he vaken entgelden
unde wenn he vor dat hantwerk kümt
men deit en dapper scheiden

De möller satt up sinem witten ross
ein strick vörde he an siner borst
na Duderstat most he riden
dre hundert gülden most he geven
dat he vam galgen möcht bliven.

Wo kümts dat nu vel möllers so stelen
unde seggen se hebbent so klein gemalen ?
dat wil ick juw wol seggen:
de tins wert en to hoch gesett
se können dar nichtes van hebben.

Darümm, gi heren, set even to
weme gi juw mölen vorhüren dot
dat gi nicht deve maken!
darmit gi denn vel frömde sünde
up juwen hals don laden.

It is gar ein böse gewinst
de juw der seien salicheit nimt
juwen underdanen dat ere:
darümm latet den liken schepel gan
na gades gebot unde lere!

De uns dit letlin nie gesank
de schenket it juw to grotem dank
he wil nemande vorhonen
he menet allein de unrecht don
und deit der framen schonen.

De möller geve ein daler darümm
dat man dat letlin nümmer süng
darümme wille wi it nicht laten
singe wie it in der mölen nicht mer
singe wi it up der strafen, ja strafen.

Niederdeutsches Liederbuch (um 1600), Nr. 101 – Uhland, Nr. 266 B. -nach Steinitz ; I . S. 44f
Vergleiche auch die hochdeutsche Fassung

Der diebische Müllere

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