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Ick weit einen Eikbom, de steiht an de See
De Nurdstorm, de brust in sin Knäst
Stolz reckt hei de mächtige Kron in de Höh
So is dat all dusend Johr west
Kein Minschenhand
De hett em plant´t
Hei reckt sik von Pommern bet Nederland

Ik weit einen Eikbom vull Knorrn un vull Knäst
Up denn fött kein Bil nich un Äxt
Sin Bork is so rug, un sin Holt ist so fast
As wir hei mal bannt un behext
Nicks hett em dahn
Hei ward noch stahn
Wenn wedder mal dusend von Johren vergahn

Un de König un sine Fru Königin un sin Dochter
De gahn an den Strand:
„Wat deiht dat för ´n mächtigen Eikbom sin
De sin Telgen reckt äwer dat Land?
Wer hett em plegt
Wer hett em hegt
Dat hei sine Blädder so lustig rögt?“

Un as nu de König so Antwurt begehrt
Trett vör em en junge Gesell
„Herr König, Ji hewwt Jug jo süs nich drum schert
Jug Fru nich un Juge Mamsell
Kein vörnehm Lüd
De hadden Tid
Tau seihn, ob den Bom ok sin Recht geschüht

Un doch gräunt so lustig de Eikbom up Stunns
Wi Arbeitslüd hewwen em wohrt
De Eikbom, Herr König, de Eikbom is uns´
Uns´ plattdütsche Sprak is´t un Ort
Kein vörnehm Kunst
Hett s´ uns verhunzt
Fri wüssen s´ tau Höchten ahn Königsgunst.“

Rasch giwwt em den König sin Dochter de Hand:
Gott seg´n, di, Gesell, för din Red
Wenn de Stormwind einst brust dörch dat dütsche Land
Denn weit ik ´ne säkere Städ´
Wer eigen Ort
Fri wünn und wohrt
Bi denn´ is in Not ein taum besten verwohrt.“

Text: Fritz Reuter (1810-1874)
Musik: Wilhelm Bade –
in Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1858) — Deutsches Lautenlied (1914) — Liederbuch des jungdeutschen Ordens (ca. 1921) —




Die Noten zu "Ick weit einen Eikbom de steiht an de See":

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