Ich stromre dreißig Jahre bald herum im Vaterlande

Wanderlieder | | 2007
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Ich stromre dreißig Jahre bald
Herum im Vaterlande,
Und noch war nicht der Staatsanwalt
Zu fassen mich imstande.
Gensdarmerie und Polizei
Sind mir nicht grad gewogen,
Und darum schleich ich mich vorbei
Um sie im großen Bogen.

Und will die Schlummermutter mir
Nachts nicht mit Herberg dienen,
Dann nehm ich mir ein Freiquartier
Und schlaf bei Mutter Grünen.
Muß ich, beim Fechten arretiert
Im Spritzenhause sitzen
Wird eine Spritztour ausgeführt
Und laß mich bei beschützen.


Pfeift auch der Wind durchs Ärmelloch,
Ich werd‘ es doch nicht stopfen.
Aus Heu gedreht half immer noch
Mir ein gedrehter Pfropfen.
Ist Abends keine Streu bereit
Und überfüllt die Penne,
Dann mach ich auch mal Bankarbeit,
Die einz’ge, die ich kenne.


Doch singt die Lerch‘ ihr Frühlingslied,
Die Auerhähne balzen,
Dann ist gesund mir jedes Glied,
Und ich muß wieder walzen.
Aufs Neu zieh ich in freier Luft,
Gekräftigt, mit Behagen
So lang, bis die geschenkte Kluft
Ist wieder abgetragen.


Text: nach aphoristischen Aufzeichnungen eines Stromers in einem Arbeitsbuch von Ad. Laacke gedichtet
Lieder der Landstrasse







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