Ich stand auf hohem Berge (1841 , Zuccalmaglio)

Allgemein | | 2012
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Ich stand auf hohem Berge
Schaut übers tiefe Meer
Ich sah ein Schifflein schweben , schweben
Drei Grafen waren drin

Der jüngste von den Grafen
Der in dem Schifflein saß
Gab mir einmal zu trinken
Guten Wein aus einem Glas


Was zog er ab vom Finger
Ein güldnes Ringelein
Sieh da du Hübsche und Feine
Das soll dein eigen seyn


Was soll ich mit dem Ringe
Bin gar ein junges Blut
Dazu ein armes Mädchen
Hab weder Geld noch Gut


Bist du ein armes Mädchen
Hast weder Geld noch Gut
So denk an unsere Liebe
Die zwischen uns Beiden ruht


Ich weiß von keiner Liebe
Weiß auch von keinem Mann
Ins Kloster will ich ziehen
Will werden eine Nonn


Willst du ins Kloster ziehen
Willst werden eine Nonn
So will ich nicht mehr ruhen
Bis daß ich zu dir komm


Der Herr rief seinem Knechte
Sattle mir und dir zwei Pferd
Vor’s Kloster wollen wir reiten
Der Weg ist Reitens werth


Und wie er kam vor’s Kloster
Ganz freundlich klopfte er an
Gebet mir die jüngste Nonne
Die erst ist kommen an


Es ist keine angekommen
Es kommt auch keine hinaus
So will ich das Kloster anzünden
Das schöne Nonnenhaus


Da kam sie hergeschritten
Schneeweiß war sie bekleidt
Ihr Haar war abgeschnitten
Zur Nonne war sie bereit


Sie hieß den Herrn willkommen
Willkommen aus fremden Land
Wer hat euch heißen kommen
Wer hat euch hergesandt


Sie gab dem Herrn zu trinken
Aus einem Becherlein
In zweimal dreizehn Stunden
Schlugs ihm sein Herz entzwei

in Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen (1841 , Band II )

1841






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