Ich armes Käuzlein kleine (1808)

Tiergedichte und Tierreime | | 1808
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Ich armes Käuzlein kleine
Wo soll ich fliegen aus
Bei Nacht so gar alleine
Bringt mir so manchen Graus
Das macht der Eulen Ungestalt
Ihr Trauern mannigfalt

Ich wills Gefieder schwingen
Gen Holz in grünen Wald
Die Vögel hören singen
In mancherlei Gestalt
Vor allen lieb ich Nachtigall
Vor allen liebt mich Nachtigall

Die Kinder unten glauben
Ich deute Böses an
Sie wollen mich vertreiben
Das ich nicht schreien kann
Wenn ich was deute tut´s mir leid
Und was ich schrei ist keine Freud´

Mein Ast ist mir entwichen
Darauf ich ruhen sollt´
Sein Blättlein all‘ verblichen
Frau Nachtigall geholt
Das schafft der Eulen falsche Tück
Die störet all mein Glück

Text: anonym ? usprünglich aus dem 16. Jahrhundert – diese Version in “ Des Knaben Wunderhorn “ (1808) – ältere Version
Musik: vertont von : Luise Reichardt (1779-1826) , Robert Alexander Schumann (1810-1856) , Ludwig Senfl (1490-1543) ,  Julius Weismann (1879-1950)







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