Ich armer Has im weiten Feld (vor 1852)

Jägerlieder | | 2011
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Ich armer Has im weiten Feld
Wie wird mir doch so grausam nachgestellt
Bei Tag und bei Nachten
Da tut man nach mir trachten

Man tracht mir nach dem Leben mein:
Wie bin ich doch ein armes Häselein
Was bin ich für ein kleines Waldtier
Was mach ich denn für einen Schaden allhier?

An einem kleinen Blättichen
Da tu ich mich ersättigen
Ich halte mich auf in meinem Revier
Und trinke das Wasser für mein Pläsir

Und kriegen mich dann die Hunde zu sehn
Muss ich ein Gänglein mit ihnen gehn
Durch hohe Berg und tiefe Tal
Da jagt man Marten*) überall

Ich lauf den Berg hinauf geschwind
Vorbei als wie der Wind
Doch jenseits in dem Grunde
Erwischen mich die Hunde

Und greift mich endlich dann das Wind
Der Jäger mich an seinen Sattel bindt
Und haben die Herren ein hohes Fest
Da heben sie mich auf bis zu allerletzt

Bei allen Tractamenten
Da tun sie mich verwenden
Auf mich trinken sie den rheinischen Wein
Wie bin ich ein so delicates Häselein

* Im Reineke Fuchs heißt Martin der Affe u. Lampe der Hase
in: Horae Belgicae (1837-1857), von Hoffmann von Fallersleben
Hoffmann schreibt zu dem Text: „Vlämisch und holländisch. Mir liegen zwei Texte vor: beide weichen von einander sehr ab und sind noch überdem sehr verdorben; beide sind ferner zu vielen Strophen ausgesponnen, wodurch das Ganze nur verloren hat. Den vlämischen Text gibt van Duyse mit Weglassung mehrerer Strophen, aber doch noch in 15, aus der Sammlung des Genter Volksbuchdruckers van Pamele in „De Eendragt“ 1852. Nr. 23. und bemerkt: „´t Is waer, ´t aerdig beestje is deerlyk in den van Pamelschen druk gehavend, maer ‚t schynt ons geen hexenwerk om ‚t wat beter op zyne pooten te stellen“ was er jedoch nicht getan hat. Den holl. Text fand ich in: De vrolijke Jonkman, Te Amst. bij de Erve H. Rijnders, 17 Strophen. Ich habe versucht, aus beiden Texten das Lied herzustellen u. zwar in seiner Einfachheit, die es wahrscheinlich ursprünglich hatte.

Es verdankt jenen Zeiten seine Entstehung, als noch Hetz- u. Treibjagden u. die Falknerei zu den Lieblingsvergnügungen der Fürsten und des Adels gehörten. Wahrscheinlich wurde es noch in späterer Zeit zur Belustigung der Weidgenossen, wenn sie eben nach Vollendung der Jagd beim Schmause sassen, gesprochen oder gesungen. Daher denn auch im Holländischen am Schlusse das Jägerlatein. Die deutschen Texte stimmen hin und wieder so merkwürdig überein, dass man eine ursprünglich gemeinsame Quelle annehmen sollte. Vgl. den schlesischen Text Deutsches Museum 1852. II. S. 169, dann den mitteldeutschen bei Erk , Liederhort Nr. 57c., den schwäbischen daselbst Nr. 57d. und den rheinischen bei Kretzschmer 2. Th. Nr. 288. Z.B

1852

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