Holde Nacht dein dunkler Schleier decket

Soldatenlieder | | 2008
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Holde Nacht dein dunkler Schleier decket
mein Gesicht vielleicht zum letzten Mal
morgen lieg ich schon dahingestrecket
ausgelöscht aus der lebend´gen Zahl

Morgen ziehn wir für unsre Brüder
und für unser Vaterland zum Streit:
Aber ach! so mancher kommt nicht wieder,
wo sich Freund an Freundesbusen freut.

Mancher Säugling lieget in den Armen
seiner Mutter, fühlt nicht an ihren Schmerz;
sie schreit himmelan, ach! um Erbarmen
und drückt hoffnungslos ihn an ihr Herz.

Freundlich hüpft und fragt ein muntrer Knabe:
Mutter, kommt nicht unser Vater bald?
Armes Kind, dein Vater liegt im Grabe,
sein Auge sieht nicht mehr der Sonne Strahl!

Dort liegt schon ein Held mit Sand bedecket,
Waise ist das Mädchen , ist der Knab
hier auch liegt ein Sohn dahingestreckt,
der den Eltern Brot im Alter gab.

Mädchen, denke nicht an holde Bande
denke nicht an Freud und Hochzeitstanz
denn die Liebe schlummert schon im Sande
schwinget hoch empor den Totenkranz!

Traurig, traurig, daß wir unsre Brüder
hier und dort als Krüppel wiedersehn
aber heilge Pflicht ist´s dennoch wieder
mutig seinem Feind entgegengehn.

Reißt mich gleich des Feindes Kugel nieder
schwingt mein Geist sich freudig hoch empor
ach, wer weiß, sehn wir uns jemals wieder?
Darum, Freunde, lebt auf ewig wohl!

Text und Musik: anonym ? aus der Zeit der Befreiungskriege 1813-1815 – (andere Schreibweise auch: Holde Nacht dein dunkler Schleier hüllet –
Das Lied stammt wahrscheinlich von einem preussischen Landwehrmann. Das Lied “ machte auf die Krieger so tiefen Eindruck und stimmte sie so wehmütig, dass Blücher und Gneisenau das Singen des Liedes verboten, ebenso geschah es im Lützowschen Corps. Früher sehr verbreitet in fliegenden Blättern; nach einem solchen Druck aus den zwanziger Jahren Text bei Wustmann , Liederbuch 3. A. S. 473. Gesungen wurde es nach der Mel. von „Jüngling, wenn ich dich von fern erblicke“ oder „Heinrich schlief bei seiner Neuvermählten„. Vergl. Erk , Volkslieder i. B. 6. Heft Nr. 21; Guido Reinhold , Vollständiges Melodienbuch … zu den bekannten und beliebten deutschen Liedern und Volksgesängen . Leipzig 1838 Nr. 148; Fink , Hausschatz Nr. 556; Erk , Germania Nr. 42. Als Volkslied bei Becker , Rheinischer Volksliederborn . Neuwied 1892 Nr. 125; Wolfram , Nassauische Volkslieder . Berlin 1894 Nr. 447. Vergl. auch Voretzsch , Preussische Jahrbücher 1894 B. 77 S. 215 f. Auch in fliegenden Blättern, so in : Fünf schöne neue Lieder . Frankfurt a. O. und Berlin. Trowitzsch u. Sohn (217), um 1840, Nr. 5. i  “ (Angaben nach: Unsere Volkstümlichen Lieder (1895)
auch in: Neues Liederbuch für Artilleristen (1893) — Weltkriegs-Liedersammlung (1926)

Hier noch eine  etwas andere Fassung aus Als der Großvater die Großmutter nahm (1885): „Aus einem Jahrmarktsdruck der zwanziger Jahre, dessen Lesarten besser zu sein scheinen, als die bei Erk , Deutsche Volkslieder “ . Diese Version ersetzt unter anderem „hoffnungslos“ in der 3. Strophe durch „hoffnungsvoll“ und „heilige Pflicht“ durch „süße Pflicht“

Holde Nacht dein dunkler Schleier decket
mein Gesicht vielleicht zum letzten Mal
morgen lieg ich schon dahingestrecket
ausgelöscht aus der lebend´gen Zahl

Morgen gehen wir wie unsre Brüder
hin fürs Vaterland , für uns, zum Streit:
Aber ach! so mancher kommt nicht wieder,
wo sich Freund an Freundes Busen freut.

Mancher Säugling lieget in den Armen
seiner Mutter, fühlt nicht  ihren Schmerz;
sie schreit himmelhoch, fleht um Erbarmen
und drückt hoffnungsvoll ihn an das Herz.

Freudig hüpft und fragt ein muntrer Knabe:
Mutter, kommt nicht unser Vater bald?
Kind, dein Vater schlummert schon im Grabe,
und er sieht nicht mehr der Sonne Strahl!

Dort liegt schon ein Held mit Sand bedecket
weinend sitzt der Jüngling an den Grab
dort liegt schon ein Jüngling hingestrecket
der den Eltern Brot im Alter gab.

Mädchen, denket nicht jene Bande
denket nicht an Freud und Hochzeitstanz
denn die Liebe schlummert schon im Sande
windet ihr nur einen Lorbeerkranz

Traurig, traurig, geht es unsern Brüdern
hier und da als Krüppel wandern sie
aber süße Pflicht ist´s daß ein jeder
mutig seinem Feind entgegengeh

Strecket mich des Feindes Kugel nieder
schwingt mein Geist sich freudig hoch empor
ach, wer weiß, wann wir uns einmal wieder?
sehen drum, Freunde, lebet ewig wohl!







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