Herr Heinrich saß am Vogelherd (Heinrich der Vogelsteller)

Balladen und Moritaten | | 1835
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Herr Heinrich saß am Vogelherd
recht froh und wohlgemut
aus tausend Perlen blinkt und blitzt
der Morgenröte Glut
In Wies und Feld, in Wald und Au
horch, welch ein süßer Schall
Der Lerche Sang, der Wachtel Schlag
die süße Nachtigall

Herr Heinrich schaut so fröhlich drein:
wie schön ist heut die Welt
Was gilt’s, heut gibt’s ’nen guten Fang
er schaut zum Himmelszelt
Er lauscht und streicht sich von der Stirn
das blondgelockte Haar
ei doch! was sprengt denn dort heran
für eine Reiterschar

Der Staub wallt auf, der Hufschlag dröhnt
es naht der Waffen Klang
Daß Gott! die Herrn verderben mir
den ganzen Vogelfang
ei nun! was gibt’s? Es hält der Troß
vorm Herzog plötzlich an
Herr Heinrich tritt hervor und spricht:
wen sucht ihr Herrn? Sagt an!

Da schwenken sie die Fähnlein bunt
und jauchzen: Unsern Herrn!
Hoch lebe Kaiser Heinrich, hoch
des Sachsenlandes Stern
Sich neigend knien sie vor ihm hin
und huldigen ihm still
und rufen, als er staunend fragt:
´s ist deutschen Reiches Will´

Da blickt Herr Heinrich tief bewegt
hinauf zum Himmelszelt:
Du gabst mir einen guten Fang
Herr Gott, wie dir´s gefällt!

Text: Johann Nepomuk Vogl , 1835 (1802-1866)
Musik: nach Johann Karl Gottfried Löwe (1796-1866)
in: “ Schulgesangbuch für höhere Lehranstalten „




Die Noten zu "Herr Heinrich saß am Vogelherd (Heinrich der Vogelsteller)":

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