Gott gnad dem großmächtigsten Kaiser

Soldatenlieder | | 1518
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Gott gnad dem großmächtigsten Kaiser frumme
Maximilian von dem ist aufkumme
ein Orden durchzeucht  alle Land
mit Pfeifen und Trummen
Landsknecht seind sie genannt

Fasten und Beten lassen sie wohl bleiben
und meinen, Pfaffen und Münnich sollns treiben
die haben davon ihren Stift
daß mancher Landsknecht frumme im Gartsegel umbschifft

Im Wammes und Halbhofen muß er springe
Schnee, Regen, Wind, alles achten geringe
und hart liegen für gute Speis
gar mancher wollt gern schwitzen
wenn ihm möcht werden heiß

Erstlich muß er ein Weib und Flaschen haben
darbei einen Hund und einen Knaben
Das Weib und Wein erfreut den Mann
der Knab und Hund soll spüren
was in dem Haus tut stahn

Das war der Brauch, Gewohnheit bei den Alten
also soll es ein jeder Landsknecht halten
Würfel und Karten ist ihr Geschrei
wo man hat gute Weine sollen sie sitzen dabei

Da sollen sie von Stürmen, Schlachten sage
des müssen sie warten Nacht und Tage
darumb so tut ihnen Lermens Not
wie man mit langen Spießen Prozessiones hot

Wenn sie dann ihre Kapitel wöllen halte
mit Spieß und Helleparten ficht mans balde
zum Fähnlein in die Ordnung stahn
Dann tut der Hauptmann sage: „Die Feind wöll wir greifen an!“

Darnach hört man das groß Geschütz und kleine
„Her! Her!“ schreien die Frummen allgemeine
So hebt sich an das Ritterspiel
Mit Spießen und Helleparten sieht man ihn fechten viel

„Lerman, Lerman!“ hört man die Trummen spechte
darbei setzens die ihre Rechte
Ein grüne Heid ist Richters Buch
darein schreibt man die Urteil
bis einem rinnts Blut in d Schuch

Erst hebt sich an die Klag der treuen Frauen
ein jede tut nach ihrem Mann umbschauen
welcher der ihr ist blieben tot
darf nit vor Schanden lachen bis sie einen anderen hot

Darnach helden sie das Requiem singen
sie spricht: „Junger Mann, ich wills euch bringen“
So hat dann alte Lied ein End
und in dem Konfessione wird ein neues Regiment

Das ist der Kriegsleut Oberservanz und Rechte
sang Jörg Graff, einer Bruder aller Landsknechte
Unfall hat ihm seine Freud gewendt
wär sunst im Orden blieben willig bis an sein End

Text und Musik: anonym , Landsknechtlied , um 1518
in_ Zupfgeigenhansl (1908) — Die weiße Trommel (1934, nur 1,3,5,7,8,12. Strophe)




Die Noten zu "Gott gnad dem großmächtigsten Kaiser":

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