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Ganz bedächtlich sprech ich immer
unsre Jungfern werden schlimmer
und auf Eitelkeit erpicht
hab ich gleich in sechzehn Jahren
noch von Fiekchen nichts erfahren
trau ich doch dem Mädchen nicht

Wird nicht bald der Himmel strafen
dürfen Mütter nicht mehr schlafen
die Verführung ist zu arg
Mädchen die noch nichts bedeuten
wissen Dinge, die man Bräuten
noch zu meiner Zeit verbarg

Freier ohne Bart und Tugend
reizen unsrer Töchter Jugend
zur verliebten Tändelei
werden´s junge Dinger inne
denken sie in ihrem Sinne
Wunder welch ein Glück es sei

Alles kennet jetzt die Liebe
denn Gelegenheit macht Diebe
und erfahrner als ich bin
Damals, als wir zehne schrieben
wußten Jungfern nichts vom Lieben
nicht wahr, Frau Gevatterin?

Ja, wir hätten kommen sollen
und die Liebe kennen wollen
Mütter wußten Rat dafür
Konnten wir doch nicht mit Ehren
nur von Liebe reden hören
so voll Tugend waren wir

Nein , so fromm wird keine wieder
weil man noch bei Mädchen Lieder
Liebeslieder hört und sieht
Ach, dies Singen schadet vielen
wir , wir sungen nur beim Spielen
oder gar ein gutes Lied

Text: Gottlieb Fuchs , 1749 (1720-1799)
Musik: Joh. Fr. Doles , Leipzig 1750
in Als der Großvater die Großmutter nahm (1885)







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