Fünfmalhunderttausend Teufel

Gedichte | Marienlieder | 2012
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Fünfmalhunderttausend Teufel
Kamen einst in die Welt
Aber ach! die armen Teufel
Hatten keinen Heller Geld.
Alle fingen an zu winseln,
Alle fingen an zu schrein.
Keiner von den armen Pinseln
Wußte weder aus noch ein

Satanas, der alte Teufel,
Lachte sich fast lahm und krumm:
Gott im Himmel, diese Teufel
Sind doch wahrlich gar nicht zu dumm.
Alle kratzen sich die Ohren,
Jeder ist ganz desperat!
Jemine! wir sind verloren,
Weiß denn niemand guten Rat?


Da sprach Pipifax, der Kleine:
Ihr seid dumm wie Bohnenstroh,
Ich allein, ja, ich alleine
Bin ein Teufel comme il faut!
Ihr habt Durst und nichts zu trinken.
Freilich ist das Teufelsqual
Seht ihr dort nicht Fenster blinken?
Dorten winkt uns der Pokal.


Seht, dort ist der Rathauskeller,
Dort quatieren wir uns ein;
Haben wir auch keinen Heller,
Hat der Wirt doch guten Wein
Sind die Türen auch verschlossen,
Wer von euch verzaget noch?
Wir marschieren unverdrossen
Alle durch das Schlüsselloch.


Hurra! schrieen alle Teufel
Und spazierten stracks hinein,
Leerten schnell zehntausend Flaschen
Von dem allerbesten Wein.
Sangen drauf im wilden Chore:
Nichts geht über Lieb´und Wein!
Uns sie tranken con amore
In die späte Nacht hinein.


Als der Hahn fing an zu krähen,
Und die Flaschen alle leer,
Und die Teufel schon betrunken,
Da kam Satanas daher.
Sperrte in die Leeren Flaschen
Die betrunknen Teufel ein
Und verpichte dann die Flaschen,
Zwängt mit Draht die Pfropfen ein.


Fünfmalhundertausend Teufel
Sind in Flaschen festgebannt,
Jede dieser Teufelsflaschen
Wird Champangnerwein genannt.
Wenn die Stöpsel munter knallen,
Öffnet sich der Freude Schoß,
Lieder ringsumher erschallen,
Ja, dann ist der Teufel los

Text: Eduard Maria Oettinger (1847)
in Als der Großvater die Großmutter nahm (1885)

1847






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