Es wollt ein Müller früh aufstehn (Drei Räuber und drei Mörder)

Balladen und Moritaten | | 2006
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Es wollt ein Müller früh aufstehn
wollt in den Wald spazieren gehn
wollt sich den Wald anschauen
anschauen

Und als der Müller in den Wald nein kam
Drei Räuber ihm entgegen kam´n
Drei Räuber und drei Mörder

Darauf sie zu dem Müller sprach´n:
„Hast du ein ein schönes VVeibelein
Wir wollen dirs teuer bezahlen!“

Der Erste zog den Beutel ‚raus
zahlt ihm dreihundert Taler aus
dem Müller wohl für sein Weibchen.

Der Müller dacht‘ in seinem Sinn:
Das ist kein Geld für Weib und Kind
mein Weibchen ist mir lieber.

Der Zweite zog den Beutel ‚raus,
zahlt ihm sechshundert Taler,
Dem Müller wohl für sein Weibchen.

Der Müller dacht‘ in seinem Sinn:
Das ist kein Geld für Weib und Kind
mein Weibchen ist mir lieber.

Der Dritte zog den Beutel ‚raus,
zahlt ihm neunhundert Taler,
dem Müller wohl für sein Weibchen.

Der Müller dacht‘ in seinem Sinn:
Das ist wohl Geld für Weib und Kind:
„Mein Weibchen sollt ihr haben!“

Und als der Müller zu Haus kam
sein Weibchen ihm entgegenkam
mit sehr betrübtem Herzen

„Ach Weibchen, du mußt in den Wald ’neingehn
dein Vater will dich noch einmal sehn
denn er wird balde sterben.“

Frau Müll’rin ging ins Kammerlein
zog ihr schwarzseidens Kleidchen an
mit sehr betrübtem Herzen.

Und als Frau Müll’rin in den Wald ‚reinkam,
drei Räuber ihr entgegenkam’n
drei Räuber und drei Mörder.

Sie griffen sie bei der schneeweißen Hand
und führten sie unter einen Eichenstamm:
„Hierdrunter sollst du sterben!“

„Ach Gott, was hat mein Mann getan
der keinen Teil an Gott mehr hat?
Gott sei ihm doch nur gnädig!

Ach Gott, wenn das mein Bruder wüßt.
Daß ich hierdrunter sterben müßt
er tat sie gleich erschießen.“

Als Frau Müll´rin das gedacht
Ihr Bruder von der Jagd herkam
und schoß sie all danieder.

Text und Musik: anonym –  Aus dem Untertaunus – auch aus Lothringen .
Die zweite Melodie von F. J. Reichardt 1782 aufgezeichnet. Die dritte Melodie aus Brandenburg , Nauen . Die vierte Melodie aus Dreieichenhain , Nähe Darmstadt .
u.a in: Deutscher Liederhort (1856) — Verklingende Weisen (1926)
Vermutlich ging es ursprünglich darum, daß der Müller seine Tochter verkauft hat. Wegen der Ungeheuerlichkeit dieses Verbrechens wurde das Lied im Laufe der Zeit aber abgemildert und es war dann irgendwann  „lediglich“ die Ehefrau. In der Version von Bickel-Kättel jedenfalls handelt es noch etwa 1920 um die Tochter – und in einer weiteren Version (1918) ist es der Vater, der am Ende das Verbrechen rächt, was darauf deutet, daß die verkaufte Frau nicht sehr alt ist.







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