Es wollt ein Müller früh aufstehn (1918)

Raub-Mord-Totschlag | | 1918
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Es wollt ein Müller früh aufstehn
wollt in den Wald spazieren gehn
und wie er in den Wald hineinkam
drei Mörder ihm entgegenkam´n
drei Mörder waren es, drei Räuber .

Ach Müller liebster Müller mein
Verkaufet uns euer Weibelein
Verkaufet uns euer Weibelein
Der erst, der zog den Beutel heraus
Dreihundert Taler zog er draus
Dem Müller für sein Weibchen

Der Müller gedacht in seinem Sinn:
Das ist kein Geld für Weib und Kind
mein Weibchen ist mir lieber
Der zweit, der zog den Beutel heraus
sechshundert Taler zog er draus
Dem Müller für sein Weibchen

Der Müller gedacht in seinem Sinn:
Das ist kein Geld für Weib und Kind
mein Weibchen ist mir lieber
Der dritt, der zog den Beutel heraus
neunhundert Taler zog er draus
Dem Müller für sein Weibchen

Der Müller gedacht in seinem Sinn
Das ist jetzt Geld für Weib und Kind
Mein Weibchen soll euch werden
und wie der Müller nach Hause kam
Sein Weibchen hinter dem Ofen sass
mit ihren schwarzbraunen Augen

Ach Müllerin, liebste Müllerin mein
Geschwind, geschwind in den Wald hinein
Dein Vater liegt am Sterben
Und wie die Müllerin den Wald hinein kam
Drei Mörder ihr entgegen kam´n
Drei Mörder waren es, drei Räuber

Ach Müllerin, liebste Müllerin mein
Ihr gehöret nicht dem Müllerlein
gar teuer haben wir euch bezahlet
ach Gott, hat dies mein Mann getan
so soll er kein Teil am Himmel han
im Himmel und auf Erden

Ach Gott, wenn dies mein Vater wüsst
Der hier im Wald als Jäger ist
Der hier im Wald als Jäger ist
es war dem Vater als wie ein Traum
er stand hinter einem Eichenbaum
und höret als dem Jammer zu

Er lud seine Flinte dreidoppeltweis
zugleich ließ er den ersten Schuß
so hat er erschossen den zweiten
zugleich ließ er den zweiten und dritten Schuß
so hat er sie alle drei erschossen
so hat er sie alle drei erschossen

Diese Version aus Lothringen – Vorgesungen von Peter Gangloff ( Molters Peter ). Melodie aufgenommen von Cl. Weber am 24. Juli 1918. – in Verklingende Weisen I (1926)

Der Pfarrer Louis Pinck schreibt darin zu diesem Lied: „In dem Liede von der verkauften Müllerin kommt die Sage zum Ausdruck, wonach Diebe dem Aberglauben huldigten, sie könnten mit der Hand ungetaufter Kinder Schlösser öffnen und daraus Lichter machen, um damit unbemerkt in die Häuser einzudringen“

Fragt sich, ob das nicht eher die Kirche verbreitet hat, damit mehr Kinder getauft werden. Angeblich kommen ungetaufte Kinder ja auch nicht in „den Himmel“, wenn sie vor der Taufe sterben, was bei der hohen Kindersterblichkeit damals eine große Wirkung gehabt haben dürfte.

1918

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