Es wollt ein Hirtlein treiben aus (vor 1856 , Schlesien)

Schäfer-Lieder | Uneheliche Kinder | 2012
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Es wollt ein Hirtlein treiben aus
er trieb wol in den Wald hinaus

Und wie er kam in Wald hinein
hört er ein kleines Kindlein schrein

Ich hör dich wohl ich seh dich nicht
ich hör daß du ein Kindlein bist

Ich bin im hohlen Baum versteckt
mit Dorn und Disteln zugedeckt

Ach Hirtlein liebes Hirtlein mein
ach nimm mich mit ins Dorf hinein

Nimm du mich mit ins Hochzeitshaus
wo meine Mutter ist die Braut

Und wie das Kind zur Thür nein kam
da fing es bald zu reden an

GrüßGott grüß Gott ihr Hochzeitsgäst
meine Mutter sitzt dort im Winkel fest

Wie könnt ich deine Mutter sein
ich trage von Raut ein Kränzelein

Trägst du von Raut ein Kränzelein
du hast geborn drei Knäbelein

Das eine hast du in Mist vergrabn
das andre in die See getragn

Mich hast du in hohlen Baum gesteckt
mit Dorn und Disteln zugedeckt

Ja wenn dies in der Wahrheit wär
so wollt ich daß der Satan käm
und mir das grüne Kränzlein nähm

Das Wort war kaum aus ihrem Mund
der Satan in der Türe stund

Er bat gar bald die Braut sich aus
er flog mit ihr zum Fenster hinaus

Er faßt sie bei der linken Hand
und führt sie in den höllischen Tanz

Behüt euch Gott ihr Hochzeitsgäst
und haltet eure Kinder fest

Diese Fassung mehrfach mündlich überliefert aus Winzig und Oppeln , Schlesien
abgedruckt in Ludwig Erk : Deutscher Liederhort (1856)

Anmerkungen von Erk zu verschiedenen Versionen des Liedtextes:

1: Es trieb ein Hirtlein oben naus er trieb bis in den Wald hinaus — 2: Und wie er in den Wald naus kam da fing ein Kind zu schreien an –2,2:   da hört er eine Stimme schrein — 5: Ach nimm mich mit ins Dorf hinein, meine Mutter wird heut ein Bräutlein sein —  mein Mutter ist heut ein Bräutelein — 8,1:  Guten Tag guten Tag ihr Hochzeitsgäst! —  Gott grüß euch, Gott ihr Hochzeitsgäst —  9,2:  ich trag ein grünes (ein grün grün) Kränzelein–  10:  Du kannst schon meine Mutter sein — Unter deinem grün grün Kränzelein hast du geborn drei Söhnelein — 11: Das eine hast du in Mist versenkt das andre in der See ertränkt — das andre in das Meer (in Born) getragn — 12:  Mich hast du in ein hohle Weide gesteckt,  mit Birkenrinde zugedeckt — 13:  Und wenn dies Wort wahrhaftig wär , so wollt ich daß der Böse käm  und mir den Rautenkranz wegnähm — 14: Sie hatte das Wort kaum ausgeredt da kam der Böse und holt sie weg — Und als die Braut das Wort aussprach, so kam der Teufel und holt sie ab — 16:  Er flog mit ihr zum Fenster naus in einen großen Dornenstrauch  —  Er flog bis ans die steinern Brück , zerriß sie dort in tausend Stück  — 17 Gute Nacht gute Nacht ihr Hochzeitsgäst! ich bitt seid euern Kindern fest!

1856







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